bildung+ Startseite Branchenbuch Mediadaten Impressum Links Newsletter

Journal der Leipziger Buchmesse Referendare reisen Lernen science bildungSPEZIAL medien

Messe

Frisch aufgeschlagen

Spannende Bücher, die Augen öffnen

Außer den Messepreis-Anwärtern gibt es noch viele weitere Perlen unter den aktuellen Büchern. Hier einige Lieblinge der JOURNAL Redaktion

Fahrplan zur Literatur

Katharina Mahrenholtz‘ und Dawn Parisis Buch „Literatur! Reise durch die Welt der Bücher“ vereint die wichtigsten Werke der Weltliteratur. Und dazu Erstaunliches über ihre Schriftsteller. Kompakt, doch nie zu kurz. Informativ, doch stets mit Witz und Charme. Leicht, doch immer intelligent öffnet das Werk die Pforten zu einer Welt voller fantastischer Geschichten, großer Helden und atemberaubender Erlebnisse.

Ernest Hemingway sagte einmal: „Ein Klassiker ist ein Buch, das die Leute loben, aber nicht lesen.“ Dieses Kompendium behebt das Problem sofort. Wo beginnt die Reise zum Mittelpunkt der Erde? Und wer redet sich gern mit dem Satz „Morgen ist auch noch ein Tag“ heraus? Für diejenigen, die solche Fragen nicht beantworten können, ist dieses Buch Pflichtlektüre. Für diejenigen, die die Antworten kennen, gibt es darin viel Spannendes zu entdecken – zum Beispiel, wie ihr Lieblingsbuch mit dem Lauf der Welt zusammenhängt. Die schönsten Bücher sind auf einem Blick zusammengefasst, dazu gibt es überraschende und unterhaltsame Fakten rund um Schriftsteller und ihre Werke. Literaturneulinge wie auch eingefleischte Leser Goethes oder Tolstois können sich zurücklehnen und sich mit diesem Leitfaden in den abenteuerlichen Weiten der Weltliteratur verlieren. Dieses Buch ist eine Schatztruhe. Es muss nur noch aufgeschlagen werden…

´Katharina Mahrenholtz, Dawn Parisi: Literatur! Eine Reise durch die Welt der Bücher. 192 S., geb., 19,99 € (D)

ISBN 978-3-455-38116-0

Erinnerungen an WK II

Sie waren in Hitlerjugend und BDM, saßen mit ihren Müttern in den Luftschutzkellern, wurden per „Kinderlandverschickung“ evakuiert. Später standen sie an den Flak-Geschützen und stellten en Gros den Flüchtlingstreck. Sie waren es auch, die von ihren Eltern nach der „Stunde Null“ Schweigen auferlegt bekamen und es zum Teil erst heute brechen. Die Rede ist von den Deutschen der Jahrgänge 1928 bis 1948. Die Autorin Anette Winkelmüller kennt die so genannten Kriegskinder aus ihrer psychotherapeutischen Praxis und ist selber eines. In Seminaren und Erzählcafés hat sie Menschen zum Sprechen und Schreiben gebracht, die meist bis heute von Ängsten und Störungen aus Kindertagen geplagt werden. Winkelmüller hat diese Selbstzeugnisse zusammengestellt und behutsam erläutert. Sie macht damit nicht nur denen, die den Krieg erleiden mussten, verständlich, wo die Ursache vieler ihrer Probleme liegt. Sie wirbt auch um Verständnis bei der nachfolgenden Generation, der die Eltern oft indirekt ihre Traumen weitergaben.

Anette Winkelmüller (Hrsg.):

Im Krieg war ich noch klein

144 Seiten, 16,90 €

ISBN 978-3-411-81020-8

Geschichten aus den Trümmern

Der Fotoband ist ein Dialog zwischen den dokumentarischen Bildern des Leipziger Fotografen Karl Heinz Mai und den fiktiven Geschichten des Autors Herbert Günther. Beide erlebten die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, der eine als junger Mann, der andere als Kind. Die eindrücklichen Alltagsszenen und vor allem Kinderporträts des früh verstorbenen Fotografen liefern die Vorlage für das Geschichtenerfinden des ehemaligen Nachkriegskindes Herbert. „Beim Anschauen der Fotografien hat er sich vorgestellt, wie es gewesen sein könnte“, heißt es dazu im Vorwort. Indirekt spricht so auch der Zeitzeuge aus den Trümmergeschichten. Der kindliche Ich-Erzähler beginnt mit seiner Taufe und endet mit der Aufnahmeprüfung zur weiterführenden Schule. Meist bildet eine erzählerische Momentaufnahme zusammen mit einem Foto eine Doppelseite. Besonders eindrücklich sind die Geschichten immer dann, wenn konkrete Situationen oder Details das Zentrum bilden. Wie zum Beispiel das Anstellen am Kartoffelwagen, das Rote-Kreuz-Spielen in den Trümmern oder der Schulweg an der Barackensiedlung entlang: „Dort gab es Gestalten, vor denen wir Angst hatten, auch wenn keiner das sagte.“

Wir Kinder von früher

Text: Herbert Günther

Fotografien: Karl Heinz Mai

128 Seiten, 19,90 € (D)

ISBN 978-3-941411-39-5

Zehn Minuten können Wunder wirken

Unsere Kinder sind im Alltag mit vielen Eindrücken und Anforderungen konfrontiert. Damit sie ihre Kindergarten- und Schulzeit nicht als belastend erleben, brauchen sie Unterstützung. Was sie dazu benötigen? Nur zehn Minuten pro Tag. Die bekannte Schauspielerin Goldie Hawn hat mit einem Team aus renommierten Ärzten, Neurowissenschaftlern und Psychologen ein Achtsamkeits-Übungsprogramm entwickelt, das nachweislich die soziale und emotionale Intelligenz von Kindern fördert. In diesem Buch stellt sie die Übungen wie z. B. achtsames Atmen, Fühlen und Denken vor. Die kleinen Auszeiten sind einfach in den Tagesablauf zu integrieren, denn Achtsamkeit kann überall praktiziert werden. Die Kinder lernen, sich in der Schule zu konzentrieren und ihre Hirnfunktionen zu verstehen. Die achtsame optimistische Lebenseinstellung bringt sie auf einen erfolgreichen und vor allem glücklichen Weg. In den USA, in Kanada und England ist das von der Hawn Foundation entwickelte Achtsamkeits-Programm bereits als Bildungsinitiative an den Schulen etabliert.

Goldie Hawn (mit Wendy Holden): 10 achtsame Minuten für stressfreie und ausgeglichene Kinder. Übersetzung: Maren Klostermann

300 Seiten, geb., 18,95 € (D)

ISBN 978-3-608-94593-5

Gewalt in der Erziehung

Ohrfeigen oder Prügel waren früher häufig Begleiter des Kinderalltags. Die Journalistin Müller-Münch, selbst in den 1950ern/1960ern aufgewachsen, hat das am eigenen Leib erfahren. Körperlich gezüchtigt zu werden, war in dieser Zeit so „normal“, dass kaum jemand darüber sprach. Doch viele geschlagene Kinder fühlten sich ungeliebt und tragen bis heute an den Folgen der Gewalt durch Eltern und Lehrer. Müller-Münch hat einige von ihnen befragt. Deren Berichte von teils furchtbaren Prügelorgien unterfüttert sie mit gut erklärten Informationen zur langen Tradition einer Erziehung, die den Willen des Kindes brechen wollte. So entsteht das Bild einer gefühlskalten Elterngeneration, die in der Nazizeit mit Gewalt aufwuchs und deren malträtierter Nachwuchs sich ab „68“ auch für eine gewaltfreie, antiautoritäre Erziehung einsetzte. Allgemeine Ansichten zur Pädagogik haben sich seither grundlegend geändert. Doch trotz des seit 2000 verbrieften Rechts auf gewaltfreie Erziehung prügeln manche Eltern noch heute.

Ingrid Müller-Münch: Die geprügelte Generation. Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen. 284 Seiten, geb., 19,95 € (D)

ISBN 978-3-608-94680-2

Abenteuerliches aus der alten BRD

Nach Kindheits-, Jugend- und Liebesroman folgt jetzt Gerhard Henschels nächster Streich: der „Abenteuerroman“.

Endlich hat Martin Schlosser eine Freundin gefunden, und schon beginnen die zermürbenden Beziehungsdiskussionen. Es sind die frühen achtziger Jahre und Martin möchte nichts dringender, als der emsländischen Kleinstadt Meppen entfliehen. Dafür muss er aber erst einmal sein Abitur bestehen. Wird ihm das gelingen? Wird er sich danach wie geplant als Spülkraft in einem Hotel auf Norderney bewähren? Wird er Soldat oder doch Zivildienstleistender? Wie bekommen ihm seine Drogenexperimente? Wie wird ihm das Wohngemeinschaftsleben schmecken? Und kann er seine Beziehung durch die Zeiten retten? Martins Lebensweg führt ihn diesmal nach Brokdorf, Hamburg, Amsterdam, Osnabrück, Bielefeld, München, Venedig, Wien und Göttingen - und immer wieder zurück ins verhasste Meppen.

Gerhard Henschel: Abenteuerroman

576 Seiten, geb., 24,99 € (D)

ISBN 978-3-455-40361-9

Anregende Anagramme

Das Wort für den noch gänzlich unbekannten Beruf des Gaulfriseurs ist ein Schüttelwort – neu gemixt aus allen Buchstaben, die in Flugsaurier stecken. Dieses Bilderbuch mit solch „tierischen“ Anagrammen folgt dem Grundprinzip: Aus einem Tiernamen bildet der Autor ein Anagramm. Die Illustratorin verbindet in je einer ganzseitigen Abbildung die Bedeutung von Grund- und Schüttelwort. Aus Kaiserpinguin wird Pink in Eisengrau, dazu sieht der Leser beispielsweise einen pink gekleideten Pinguin vor eisgrauer Landschaft. Innerhalb des Buches steigert sich dabei die Schwierigkeit. Es beginnt ganz einfach: Aus Tapir wird Pirat; später folgen sogar in Sätze „geschüttelte“ Anagramme wie Kleidermotte = Redete mit Klo.

Solch souveräner und witziger Umgang mit Sprache weckt die sprachliche Kreativität des Lesers – das funktioniert sogar auf Partys von Erwachsenen. Bei den Kindern trainiert das Bilden von Anagrammen die Sprachbewusstheit und die Einsicht in das orthografische Prinzip und regt sie an, eigene Anagramme zu bilden.

Flugsaurier = Gaulfriseur

Text: Jens Bonnke

Illustrationen: Stefanie Urbach

48 Seiten, 14,95 €

ISBN 978-3-356-01415-0

Messe

Woodstock der Literatur

Seit mehr als 20 Jahren feiern Leipziger und Gäste ein buntes Fest der Bücher. Mit spannenden, lustigen und fantasievollen Geschic … mehr

Messe

Vorhang auf für starke Bücher

Der Countdown für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 läuft. Aber wer in diesem Jahr den Wettbewerb um die besten deutschsprachigen Bücher für sich entscheiden darf, ist noch ungewiss … mehr

Messe

Messe-Infos

mehr