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Schule unterwegs

Auf zu den Nachbarn!

Den Winter aktiv erleben in Österreich und in der Schweiz

Marc Hankmann

Schulklassen, die neben alpiner Action auch mal kulturelle Perlen entdecken wollen, kommen in Österreich und in der Schweiz abseits überlaufener Pisten voll auf ihre Kosten

Schneesicherheit zeichnet den Bregenzerwald im österreichischen Bundesland Vorarlberg aufgrund der Lage am Nordrand der Alpen aus. Davon profitieren vor allem Skitourengeher und Variantenskifahrer. Alle Skigebiete dieser Region sowie im benachbarten Großen Walsertal und im Lechtal sind mit dem Drei-Täler-Skipass verbunden. Abschalten nach dem Skitag garantiert die Veranstaltungsreihe „Wälderness“. Jeden Donnerstag konzertieren im Gasthof Hirschen Schwarzenberg Jazz-, Blues-, Rock- und neue Volksmusik-Ensembles mit Geheimtipp-Charakter.

Einen anderen Zugang zum Skifahren bietet das Projekt „ski!“ mit einem innovativen, vom zeitgenössischen Tanz inspirierten Unterrichtskonzept. In Au-Schoppernau mit dem Skigebiet Diedamskopf und in Kooperation mit der Schneesportschule Au-Schoppernau finden Ski-Workshops für alle Könnerstufen statt, sowie Ski- und Physiotherapiekurse für Wiedereinsteiger, speziell nach Pausen oder Verletzungen. Auf dem Programm stehen außerdem Kurse für Skitourengeher und Freerider.

Der Bregenzerwald rühmt sich zudem für seine Architektur. Moderne Gebäude basieren auf Bautraditionen aus Glas und Holz. Sehenswerte öffentlich zugängliche Bauten im Stil der zeitgenössischen Architektur stehen zum Beispiel in Andelsbuch. Das vom Schweizer Architekt Peter Zumthor geplante Werkraum Haus versteht sich als Schaufenster zur Bregenzerwälder Handwerkskultur. In Schoppernau lädt das Kulturhaus mit dem Franz-Michael-Felder-Museum zu einem Rundgang ein. Das einzige Frauenmuseum Österreichs befindet sich in Hittisau. Das vom Architektenduo Cukrowicz/Nachbaur entworfene Gebäude gilt als Musterbeispiel moderner Holzarchitektur.

Nachhaltiger Urlaub

Der Wintertourismus hinterlässt seine unübersehbaren Spuren in den Alpen. Dass es auch anders geht, wollen die Bewohner von Werfenweng beweisen. Seit 1997 ist Werfenweng Modellort für sanfte Mobilität (SAMO), ein Pilotprojekt, das sich für umweltverträgliches Reisen einsetzt. Wer in einem SAMO-Betrieb wohnt, ist im Urlaub auch ohne Auto dank Shuttle-Service, Ortstaxi und Nachtmobil unterwegs. Im ökologischen Leihwagen lässt sich die Umgebung erkunden.

SAMO-Gäste profitieren zudem von etlichen Vergünstigungen wie etwa kostenlose Skiausrüstung.

Darüber hinaus befindet sich in Werfenweng das FIS-Landes-Skimuseum. Hier wird der Bogen von den Anfängen des Skilaufs vor rund 5.000 Jahren bis in die Rennsportfaszination der Jetztzeit gespannt.

Hauptstadt der Alpen

Spektakuläres UNESCO-Welterbe: die Rhätische Bahn mit ihrem Wahrzeichen, dem Landwasserviadukt

Auch wenn Innsbruck ebenfalls zum Skifahren einlädt, bietet die heimliche Hauptstadt der Alpen doch vieles mehr an Kultur und Geschichte. Den Glanz vergangener Zeiten strahlt die Kaiserliche Hofburg Innsbruck ab, die zu den traditionsreichsten Bauwerken Österreichs zählt. In den Schauräumen des Museums geben Exponate Einblick in die Tiroler Geschichte sowie die 555 Jahre währende Regentschaft der Habsburger. Oberhalb von Innsbruck liegt Schloss Ambras, eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt, die untrennbar mit Erzherzog Ferdinand II. verbunden ist, der als Renaissancefürst Künste und Wissenschaften förderte.

Für Sportbegeisterte ist ein Abstecher zur Bergisel Sprungschanze ein Muss. Dort, wo vor 200 Jahren die Tiroler Bauern unter Andreas Hofer gegen die bayrischen und französischen Besatzer drei Schlachten gewannen und die vierte verloren, erheben sich seit 1925 die olympischen Sprungtürme mit einer Anlage, die 28.000 Zuschauern fasst. Die 2002 neu errichte Schanze gilt als architektonisches Wahrzeichen von Innsbruck. Das Café im Turm auf 47 Metern Höhe bietet einen einmaligen 360-Grad-Blick auf die Stadt und das Tiroler Bergland.

Die größte Auswahl an Winteraktivitäten bietet wohl Osttirol mit 140 km Pisten und sieben mehrfach ausgezeichneten Skigebieten, 400 km Langlaufloipen sowie 241 Dreitausendern. Doch auch die Kultur kommt nicht zu kurz. In der Gemeinde Döslach befindet sich die Ausgrabungsstätte Aguntum. Seit 1912 wird die ehemalige römische Stadt Stück für Stück freigelegt. Bekannt sind bisher unter anderem die Stadtmauer, das Handwerksviertel, die große Therme sowie das kreisrunde Macellum. Eine kleine archäologische Sensation stellt das Atriumhaus dar, weil zuvor noch nie ein Gebäude dieser Bauart so weit nördlich gefunden worden ist. Auf dem 18 Meter hohen Aussichtsturm erhält man einen guten Überblick über das Grabungsgelände.

Größer als der Nationalpark

Im Bregenzerwald können die Besucher uralte Handwerkskünste live erleben – wie hier in einer traditionellen Käserei

Naturliebhaber kennen den einzigen Nationalpark der Schweiz im Engadin. Als Geheimtipp gilt hingegen Park Ela. Der Naturpark ist mit 600 Quadratkilometern dreieinhalbmal größer als der Nationalpark und umfasst die Talschaften von Albula und Surses/Oberhalbstein. Besonders beliebt sind Winterwanderungen, Schneeschuhtouren und sogenannte Schlittelwege, eine Kombination aus Wanderung und Schlittenfahrt über kilometerlange Pisten, die sich insbesondere für Familien eignet.

Direkt an das Parkgebiet grenzen die Tourismusregionen Davos, Lenzerheide sowie Oberengadin/St. Moritz. Gerade Davos bietet viel Kultur wie zum Bespiel das berühmte Kirchner-Museum mit den Werken Ernst Ludwig Kirchners, der von 1918 bis zu seinem Tod 1938 im Schweizer Kurort lebte. Das Wintersportmuseum in Davos teilt sich in zwei große Räume. Einer stellt die Geschichte des Skis dar, der andere widmet sich dem Eissport.

Die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Albulalinie verkürzte im Jahre 1903 die Reise von St. Moritz nach Chur von einst 14 auf nur noch zwei Stunden. Sie gilt als eine der bautechnisch anspruchsvollsten und spektakulärsten Bahnlinien in der Schweiz. Ein Besuch im Bahnmuseum Albula in Bergün rundet die Fahrt mit der Rhätischen Bahn ab.

Sils Maria gilt als Ort der Dichter und Denker. Hermann Hesse zog es in den stillen Ort am Rande des Fextals. Vor allem ist Sils Maria aber durch Friedrich Nietzsche bekannt, dem der Ort ein eigenes Museum widmet. Nietzsche arbeite in Sils Maria unter anderem am zweiten Teil von „Also sprach Zarathustra“. Seine Gedanken von der Ewigen Wiederkunft des Gleichen verdankt er einer Inspiration am Ufer des Silvaplana-Sees. Das Nietzschehaus dient auch als Begegnungsstätte für philosophisch, literarisch und kulturell Interessierte.

Wenn Sie mit Ihren Schülern also nicht nur talwärts brettern, sondern auch gemeinsam Ihren kulturellen Horizont erweitern möchten, können Sie aus einem reichhaltigen Angebot auswählen, das weit über die Alpen hinausreicht.

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