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Schule unterwegs

Austausch im Dienste des Gedenkens

Pädagogische Kooperationen mit Israel setzen neue Impulse im Geschichtsunterricht

Je weiter die Shoah zurückliegt, desto weniger Zeitzeugen gibt es noch, die über den Völkermord berichten können – umso wichtiger daher die Zentren des Gedenkens wie Yad Vashem (hier ein dortiges Mahnmal)

„Für menschliche Entwicklung und Reife“: Das Niedersächsische Kultusministerium und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem werden ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren

Dabei soll insbesondere die bereits bestehende Zusammenarbeit durch einen regelmäßigen Informations- und Erfahrungsaustausch über didaktisch-methodische Ansätze in der Aufarbeitung der Shoah und anderer NS-Verbrechen und deren Folgen weiter entwickelt und vertieft werden. Dieses Ziel haben Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und der Vertreter der Holocaust-Gedenkstätte, Yossi Gevir, in einer in Hannover unterzeichneten Absichtserklärung formuliert. An der feierlichen Veranstaltung Ende Mai nahm auch der Präsident des Niedersächsischen Landtages Bernd Busemann teil.

Fortbildungen in Yad Vashem schon für September geplant

„Ein entscheidender Schwerpunkt der gemeinsamen Absichtserklärung liegt im Bereich der Fortbildung der niedersächsischen Lehrkräfte sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zeithistorischen Einrichtungen“, erklärte die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. „Mit den geplanten fachlichen Fortbildungen wird die Expertise und Professionalität dieses Personenkreises um wesentliche Komponenten erweitert werden können. Die erste Lehrkräftefortbildung in Yad Vashem ist bereits für September dieses Jahres in Planung.“ Insbesondere vor dem Hintergrund der immer geringeren Zahl an Holocaust-Zeitzeugen sei es wichtig, jugendgerechte, innovative und handlungsorientierte Formate der Geschichtsvermittlung weiterzuentwickeln, um zu einem kritischen Geschichtsbewusstsein beizutragen. Heiligenstadt: „Das ist gerade mit Blick auf das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland und Europa zwingend notwendig.“

Auf Basis der KMK-Erklärung

Im Jahr 2013 wurde zwischen der Gedenkstätte Yad Vashem und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der eine ständige und umfassende Zusammenarbeit mit dem Ziel vereinbart wurde, Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden Unterricht über die Geschichte des jüdischen Vorkriegslebens in Europa sowie den Holocaust in einer altersangemessenen und wirksamen Weise angedeihen zu lassen. Insbesondere die Bemühungen um die Förderung der Pädagogik und des Gedenkens im Zusammenhang mit dem Holocaust sowie die Erforschung des Holocaust in Schulen und Hochschulen sollen verstärkt werden.

Die Erklärung zwischen Yad Vashem und der KMK enthält folgende Absichten:

  • Förderung des Austauschs von Informationen und Gedanken,
  • professionelle Entwicklung von Programminhalten für deutsche Lehrkräfte,
  • Ausrichtung einer Konferenz über Lehrmethoden,
  • Verankerung des Themas „Holocaust“ in den Lehrplänen der einzelnen Bundesländer.

Yossi Gevir führte in seinem Grußwort aus, dass die Erinnerung an den Holocaust sich oftmals wie eine Last anfühlen könne, insbesondere zu Beginn. „Wenn jedoch Zeit vergeht und wenn die Erinnerungsarbeit als Teil eines konstruktiven pädagogischen Prozesses klug vorangetrieben wird, dann wird sie Stück für Stück als Möglichkeit für menschliche Entwicklung und Reife offenbar. In jedem Fall ist die Erinnerung an die Shoah eine schwierige Herausforderung – für jeden Menschen, für jede Gemeinschaft oder für jede Nation“, so der Vertreter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Neue Dimension für Unterricht und Gedenkstättenarbeit

Im Rahmen der Absichtserklärung ist namentlich verankert, die zwischen Yad Vashem und dem Niedersächsischen Kultusministerium bestehende Zusammenarbeit in den nachfolgend genannten Bereichen fortzuentwickeln:

  • Unterstützung des Lehrens und Lernens der jeweiligen historischen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten,
  • Austausch über pädagogische und didaktisch-methodische Fragen im Zusammenhang mit der Vermittlung der Geschichte der Shoah und anderer NS-Verbrechen und ihrer Folgen sowie von relevanten historisch-politischen Informationen und Materialien,
  • Fortbildungsangebote für Lehrkräfte sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zeithistorischen Einrichtungen aus Israel und aus Niedersachsen.

Der Präsident des Niedersächsischen Landtages Bernd Busemann betonte, dass die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen dem Kultusministerium und Yad Vashem auch für die Gedenkstättenarbeit von zentraler Bedeutung sei. Busemann: „Die Kooperation mit Yad Vashem eröffnet daher eine neue Dimension für die Gedenkstättenarbeit in Niedersachsen. Wer Yad Vashem erlebt hat, der sieht, welche Möglichkeiten das Gedenken auch dann noch haben wird, wenn die Erlebensgeneration uns verlassen haben wird. Hiervon können und müssen wir lernen.“

Weitere Informationen:

www.mk.niedersachsen.de

www.yadvashem.org

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