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Darf man alles, was man kann?

Die Beratungsplattform juuuport hat zehn Gebote der Digitalen Ethik entwickelt

Cybermobbing ist eines der Hauptprobleme, das die Digitalisierung der Kommunikation unter Jugendlichen mit sich bringt. Die zehn Gebote der Digitalen Ethik sowie die Schülermaterialien der Beratungsplattform juuuport wollen sensibiliseren und präventiv wirken

In Zusammenarbeit mit Masterstudierenden der Hochschule der Medien Stuttgart unter Leitung von Prof. Dr. Petra Grimm und Prof. Dr. Wolfgang Schuster, dem 1. Vorsitzenden der Deutschen Telekom Stiftung, hat juuu-port zehn Gebote der Digitalen Ethik entwickelt. Diese werden nun veröffentlicht

In der digitalisierten Welt haben Internetnutzerinnen und -nutzer große Freiheiten, aber auch eine große Verantwortung. Wie sie sich verhalten und mit Konflikten umgehen, ist Ausdruck ihrer eigenen ethischen Haltung. Deshalb ist es wichtig, sich darüber zu verständigen, wie ein gutes, gelingendes Leben in der digitalen Gesellschaft aussehen soll. Die zehn Gebote verstehen sich als Leitlinien, die helfen, die Würde des Einzelnen, seine Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit wertzuschätzen. Sie richten sich vor allem an Jugendliche und berücksichtigen ihre Formen der digitalen Kommunikation. Sie dienen ihnen als Orientierung und zeigen auf, wie man im Internet gut zusammenleben und rücksichtsvoll miteinander umgehen kann.

juuuport hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien in Stuttgart und der Deutschen Telekom Stiftung Erfahrungen und Themen aus der Online-Beratung von Jugendlichen für Jugendliche mit eingebracht und diese in die Gebote und Geschichten mit einfließen lassen. Vor allem Cybermobbing ist ein Problem, mit dem sich viele Jugendliche auseinandersetzen müssen. Das vierte Gebot lautet entsprechend: „Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.“ Die Gebote sind also ganz klar auch Aufforderungen, sich bei Intoleranz einzumischen und Anfeindungen im Netz aktiv entgegenzutreten.

Adrian Jagusch, juuuport-Scout der ersten Stunde, freut sich über die Veröffentlichung der Gebote. „Diese zehn Gebote sind ein Querschnitt der häufigsten Fragen und Probleme in der juuuport-Beratung. Wer sie kennt und versteht, kann sich und andere vor möglichen Gefahren im Internet schützen.“

Die zehn Gebote erscheinen zum einen als ausführliche Version in einer Broschüre. Hier gibt es zu jedem Gebot auch eine kurze Geschichte, die sich auf aktuelle Probleme oder Gefahren der digitalen Lebenswelt bezieht. Zum anderen gibt es eine Postkarte mit den zehn Geboten auf der Vorderseite und einem erläuternden Text auf der Rückseite. So können die zehn Gebote als Botschaft versendet und verteilt werden. Die Deutsche Telekom Stiftung, die das Projekt gefördert hat, übernimmt auch die Portokosten für die Postkarten. Sowohl die Broschüre als auch die Postkarte können über diese E-Mail-Adresse bestellt werden: infomaterial@juuuport.de. Unter folgenden Links können die Broschüre und die Postkarte als PDF heruntergeladen werden:


www.digitale-ethik.de/showcase//2016/10/Postkarte_zum_upload.pdf


www.digitale-ethik.de/showcase//2016/10/Booklet_zum_upload.pdf

Aktionstag und Material gegen Cybermobbing

Anlässlich des internationalen „Behaupte-dich-gegen-Mobbing-Tags“ am 18. No- vember 2016 riefen die beiden Jugendplattformen Handysektor und juuuport öffentlich dazu auf, ein Zeichen gegen Cybermobbing zu setzen. Sie haben dafür entsprechende Materialien bereitgestellt und begleiten die Anti-Cybermobbing-Aktion auf den eigenen Social Media-Kanälen sowie den Webseiten www.handysektor.de und www.juuuport.de.

#StopCybermobbing

Alle Nutzer, die ein Zeichen gegen Cyber-mobbing setzen möchten, können dies jederzeit mit dem Hashtag #StopCybermobbing machen. Passende Bilder, Videos und Texte für entsprechende Social Media-Postings stellen die beiden Initiativen über ihre Social Media-Kanäle und auf ihren Webseiten zur Verfügung. Natürlich kann aber jeder seine eigene Meinung zum Thema sagen. „Je mehr Nutzer sich an der Aktion beteiligen, desto größer die Aufmerksamkeit für das wichtige Thema Cybermobbing“, so Markus Merkle von Handysektor.

Cybermobbing ist keine Randerscheinung

In der JIM-Studie[1] des mpfs geben 34 Prozent der Jugendlichen an, dass sie im Bekanntenkreis jemanden kennen, der schon einmal im Internet oder übers Handy fertiggemacht wurde. Von Cybermobbing sind aber nicht nur Jugendliche, sondern zunehmend auch Erwachsene betroffen, das hat erst kürzlich das Institut für Cyberpsychologie und Medienethik in Köln in einer Studie [2] herausgefunden. „Cybermobbing ist keine Randerscheinung. Mit dem Aktionstag möchten wir zeigen, wo Opfer Hilfe und Unterstützung erhalten“, betont Lea Römer von juuuport.

Material-Set: Was tun gegen Cybermobbing?

Jeder (zumal junge) User neuer Medien ist aufgerufen, Multiplikator der Digitalen Ethik zu werden – etwa durch den Versand dieser Gratis-Postkarte an Freunde und Angehörige

Neben dem öffentlichen Aufruf gegen Cybermobbing haben Handysektor und juuuport daher ein Material-Set zum Thema zusammengestellt. Ein Erklärvideo geht der Frage nach „Was ist eigentlich Cybermobbing?“, ein anderes Video zeigt ein Statement eines Scouts gegen Cybermobbing. Ein Comic-Flyer gibt Tipps, wie man sich richtig wehrt. Weitere zahlreiche Hilfestellungen finden sich in einem extra Themenbereich zu „Mobbing + Mut“. Zudem beantworten die juuuport-Scouts individuelle Fragen zum Thema in ihrem Forum und geben in der kostenlosen Broschüre „Gehe online – aber richtig!“ hilfreiche Tipps. In den Web-Themen wird Cybermobbing praxisnah von verschiedenen Seiten für Jugendliche beleuchtet.

Handysektor bietet praktische Informationen zur sicheren Nutzung von Smartphones, Tablets und Apps. Mit aktuellen Nachrichten und Tipps unterstützt das werbefreie Angebot vor allem Jugendliche, aber auch Lehrkräfte, bei einem kompetenten Umgang mit mobilen Medien. Die Webseite ist ein gemeinschaftliches Projekt der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs). Die mecodia GmbH ist mit der Projektleitung beauftragt.

[1] Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2016): JIM-Studie. Jugend, Information, (Multi-)Media. (wird am 25.11.2016 veröffentlicht, www.mpfs.de)

[2] Institut für Cyberpsychologie und Medienethik für ARAG (2016): Digital Risks Survey. Verfügbar unter: https://www.arag.com/medien/pdf/presse/arag_digital_risks_survey.pdf

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