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Politik- und Ökonomiebildung

Genossen in Grün

Leibniz-Gymnasium St. Ingbert gründete erste Schülergenossenschaft im Saarland

Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung sind nicht nur die Grundprinzipien der genossenschaftlichen Unternehmensform, sondern auch Grundlagen der Bürgergesellschaft – so sehen es die Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Deren Initiative „Jugend und Finanzen“ unterstützt Schulen bei der Ökonomiebildung, wie etwa das Leibniz-Gymnasium St. Ingert im Saarland

Innovation und Nachhaltigkeit sind die Wegweiser der Schülergenossenschaft „InnoGrün“ des Gymnasiums. Als erste Schülergenossenschaft im Saarland entwickelt, produziert und verkauft sie mit Unterstützung zahlreicher Partner, wie der Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz, verschiedene nachhaltige Produkte wie Schulmaterial, eigene Schul-T-Shirts oder Lebensmittel. Die Förderung von Finanzwissen und sozialen Kompetenzen, verbunden mit der Auseinandersetzung genossenschaftlicher Prinzipien, ist Kern dieses Schulprojekts. Im Juni 2017 belegte „InnoGrün“ den zweiten Platz beim easyCredit-Preis für Finanzielle Bildung.

Eine AG als Keimzelle

Die Idee für die Schülergenossenschaft entstand bereits 2012. In einem ersten Schritt wurde eine außerunterrichtliche Arbeitsgemeinschaft gegründet. Gleichzeitig wurden im Unterricht im Seminarfach zum Thema „Nachhaltigkeit“ wichtige Grundlagen zur Frage der ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung von Mensch und Gesellschaft gelegt. Nach drei Jahren Vorarbeit fand dann schließlich im April 2015 die Gründungsfeier von „InnoGrün“ statt und die bislang erste Schülergenossenschaft des Saarlands wurde offiziell in das Genossenschaftsregister aufgenommen.

Lebenspraxis vermitteln

Kern von „InnoGrün“ ist es, den Schülern der Klassenstufen 8 bis 12 langfristig eine neue Perspektive und Zugangsweise zu den Themen Nachhaltigkeit und finanzielle Bildung zu eröffnen. Handlungsorientierung und Lebensnähe verbunden mit der Vermittlung genossenschaftlicher Werte sind zentrale Ansatzpunkte. An einer Schule ohne Berufsschulausrichtung versteht sich die Schülergenossenschaft als ein Angebot, mit dessen Hilfe die Schüler wirtschaftliches Denken und Handeln praktisch und lebensnah erlernen. „Die Schüler übernehmen selbst die Verantwortung bei der Planung, Durchführung und Abrechnung von Projekten. So müssen sie zum Beispiel Kostenkalkulationen erstellen, mit Unterstützung einer Lehrkraft die Buchführung übernehmen, Preise für ihre Produkte festlegen oder Verkaufs- und Marketingstrategien entwickeln“, so Vera Wachs, Bereichsleiterin Vertriebsmanagement und Projektverantwortliche der Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz eG.

Ein langfristiger Ansatz ist auch hier zentral. So können die Schüler zur Vorbereitung auf ihre Aufgabe bei „InnoGrün“ Workshops besuchen, die unter anderem von den Projektpartnern der Schülerfirma angeboten werden. Sie bieten den Schülern praktische Hilfen, um ökonomische Prozesse besser zu verstehen und zu erlernen. Gleichzeitig entwickelt sich dabei auch ein Bewusstsein für den eigenen Umgang mit Geld. „Dies ist ein wichtiger Grundpfeiler für das eigene Konsumverhalten und in der Überschuldungsprävention“, so Vera Wachs weiter. Die Philosophie, seine Einnahmen und Ausgaben stets im Blick zu haben und keine Schulden zu machen, wird bereits von allen Beteiligten bei „InnoGrün“ gelebt, denn die Schülergenossenschaft arbeitet nach dem Kostendeckungsprinzip.

Lernen, wirtschaften – und helfen

Die Schülergenossenschaft ist professionell aufgestellt – auch im Internet mit einer sympathischen Website inklusive Online-Shop

Neben den genossenschaftlichen Prinzipien Selbstverwaltung und Selbstverantwortung ist auch der Grundsatz der Solidarität bei „InnoGrün“ zentral. So spendet die Schülerfirma einen Teil ihrer Gewinne an die Partnerschule des Leibniz-Gymnasiums in Simbabwe, Afrika. Ein weiterer Teil fließt als Gegenleistung für die Bereitstellung von Räumen und als Dankeschön für die Unterstützung an die Schule beziehungsweise den Schulförderverein. Und auch der restliche Gewinn der Schülerfirma wurde bislang nicht an die Mitglieder ausgeschüttet, sondern in die Schülergenossenschaft re-investiert.

Weitere Informationen:

www.jugend-und-finanzen.de

www.finanzielle-bildung-foerdern.de

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