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Schule unterwegs

Kleine Fluchten aus dem Klassenzimmer

Exkursionsziele vor der Haustür

Marc Hankmann

Wenn der Unterricht das Klassenzimmer verlässt, muss es nicht gleich auf eine mehrtätige Klassenfahrt gehen. Für kürzere Exkursionen muss man nicht einmal in allzu große Ferne schweifen

Ein Beispiel dafür, wie Schüler ihre Heimat besser kennenlernen, liefert die Hansestadt Hamburg. Die Elbmetropole unterhält 17 Stadtteilarchive und Geschichtswerkstätten wie etwa das Stadtteilarchiv Ottensen. Seit 1980 besteht die Kooperation mit Schulen aus Hamburg und Altona. Das Ziel: Die Schüler sollen nicht nur die Geschichte ihres eigenen Kiez‘ erkunden, sondern auch andere Stadtteile und ihre ganz spezifischen Strukturen kennenlernen.

Das Stadtteilarchiv Ottensen hält unzählige Materialien bereit und bietet Rundgänge an, auf denen beispielsweise die Industriegeschichte des Stadtteils thematisiert wird. So bekommen die Schüler ein Bild vom Strukturwandel und der Entwicklung ihrer direkten Umgebung. Auch der Nationalsozialismus, die Nachkriegszeit oder Kindheit und Jugend in den Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts können als Inhalte für eine Exkursion herangezogen werden. Das Stadtteilarchiv Ottensen hilft auch gerne bei der Recherche für andere Themen - auch außerhalb Ottensens. Auf jeden Fall ist Hamburg nicht die einzige Stadt, die in Form von Stadtteilarchiven interessante außerschulische Lernorte bietet. Nachfragen im Kulturamt lohnt sich also.

Politik in Reichweite

Bundestagspräsident Norbert Lammert empfängt eine Schulklasse der Märkischen Schule Bochum zum Gespräch

Um den Politikunterricht aufzupeppen, bietet sich selbstverständlich eine Fahrt nach Berlin an, ins politische Machtzentrum Deutschlands. Mehrmals im Jahr werden für Schulklassen kindgerechte Führungen durch das Reichstagsgebäude veranstaltet. Für Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe dauert der Rundgang zwei Stunden. Sie gehen auf die Kuppel des Reichstags, besuchen ein Abgeordnetenbüro und können am Ende in einem Quiz beweisen, was sie gelernt haben.

Für 9. und 10. Klassen wird ein parlaments-

pädagogisches Schülerseminar angeboten. Nach einem Quiz folgt eine Führung. Höhepunkt ist das abschließende Gespräch mit einem Abgeordneten. Schüler ab der zehnten Klassenstufe lernen mit dem Planspiel „Parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren“ die Arbeitsweise des Deutschen Bundestags kennen. Natürlich fehlt auch hier nicht die Führung durch den Reichstag. Wem die Fahrt nach Berlin zu weit ist, kann sich an den eigenen Landtag wenden. Auch diese Parlamente bieten Programme für Schulbesuche an.

Kunst zum Anfassen

Architektur umgibt uns überall. Dieser außerschulische Lernort liegt also quasi direkt vor der Nase. Um sich im Rahmen des Kunstunterrichts intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, lohnt ein Besuch im Deutschen Architekturmuseum (DAM). Es befindet sich in Frankfurt am Main. Die hessische Metropole ist verkehrstechnisch gut angebunden, kann also per Bus und Bahn erreicht werden und bietet sich somit als Ziel für eine zwei- oder dreitägige Exkur- sion an.

Das DAM hält für Schulklassen aller Alters- gruppen mehrere Projekte bereit. Grundschüler erfahren zum Beispiel, was Bärenhöhlen, Iglu und ein Ei gemeinsam haben, wie verschiedene Körper unterschiedliche Behausungen nutzen, von der Schnecke über Vögel bis zum Menschen. In einem anderen eintägigen Projekt geht es um Farben, welche Gefühle sie hervorrufen und welche Wirkung sie in der Architektur haben.

Architektur für jedes Alter

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main bietet Projekte für jede Altersstufe

Für die 3. bis 7. Klasse präsentiert das DAM beispielsweise „Stolpersteine der Architektur“. Die Schüler gehen der Frage nach, wie Architektur aussehen sollte, damit sie allen Menschen nutzt. Noch visionärer geht es in „Im Netzwerk der Stadt“ zu. Hier wird die Vision einer zukünftigen Stadt entwickelt und gleichzeitig erklärt, wie die Räume für Industrie, Arbeit, Wohnen oder Freizeit zusammenhängen.

Die DAM-Projekte für die Oberstufe führen durch die Architektur Frankfurts. Stadtentwicklung und -planung wird anhand des Römerbergs verdeutlicht. In der Saalgasse dreht sich alles um die Postmoderne. Und in „Future City“ diskutieren die Schüler, wie veränderte Klimabedingungen, begrenzte Energieressourcen, gesellschaftlicher Wandel und neue Technologien die Architektur der Zukunft beeinflussen könnten.

Das DAM bietet seine Projekte nicht nur in den Räumen des Museums an. Die Architekten, die die Schüler in den Projekten begleiten, kommen auch in die Schulen. Außerdem berücksichtigen sie auch individuelle thematische Schwerpunkte oder Wünsche. Und nach Abschluss des DAM-Projekts können die Schüler ihr neues Wissen an der Architektur in der eigenen Stadt anwenden. Wie das Sprichwort schon sagt: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

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