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Schule unterwegs

Pack die Badehose ein!

Klassenfahrten ans und auf dem Wasser bieten vielfältige pädagogische Ausrichtungen

Marc Hankmann

Schulklassen können beim Deutschen Hochseesportverband HANSA in der Flensburger Förde oder auf dem Chiemsee das Segeln erlernen.

Wasser ist nicht nur der Quell allen Lebens, es zieht Kinder geradezu magisch an. Beste Voraussetzungen, um dem nassen Element auf die Spur zu kommen. Klassenfahrten ans oder auf dem Wasser lassen sich ideal mit unterschiedlichen pädagogischen Zielen verknüpfen

Obwohl Wasser in unserem Leben eine zentrale Rolle spielt, spiegelt sich seine Bedeutung in der Wahl der Klassenfahrt nur selten wider. Viele Lehrer halten sich ans Althergebrachte, an Ziele, die von der Schule schon immer angefahren wurden. Wer jedoch aus alten Gewohnheiten ausbrechen und seinen Schülern ein wirkliches Wow-Erlebnis bieten möchte, findet ein reichhaltiges Angebot für jede Altersklasse vor, in dem Wasser in den Mittelpunkt der Klassenfahrt gestellt wird – von der eintägigen Exkursion bis hin zu Wochenfahrten.

Die pädagogischen Ziele, die sich mit derartigen Klassenfahrten verbinden lassen, sind mannigfaltig. Natürlich ist mit Wasser immer Aktivität verbunden. Sportliche Bewegung fördert die Gesundheit und stärkt den Teamgeist. Doch auch die Bedeutung des Wassers für Mensch, Natur und Umwelt kann den Schülern auf spielerische Art und Weise nähergebracht werden. Zwar sind über 70 Prozent der Erde mit Wasser bedeckt, aber nur 2,5 Prozent davon sind Süßwasser, wovon wiederum nur 0,3 Prozent für den Menschen nutzbar sind. Umso wichtiger ist es, hierfür das Bewusstsein der Schüler im Umgang mit Wasser zu schärfen.

Naturerlebnisse

Die Jugendherberge Schierke im Nationalpark Harz verfügt über ein eigens Wasserlabor, in dem die Schüler ihre Wasserproben, die sie zuvor im Wald und an Bächen gesammelt haben, untersuchen können. Sie entdecken Kleintiere im Wasser und lernen durch die erfahrenen Nationalpark-Ranger viel über die Filterwirkung der Böden, den Wasserhaushalt des Walds sowie das Leben an und im Wasser. Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) bietet eine fünftägige Projektwoche zum Thema Wasser in die Jugendherberge Schierke an. Die Klassenfahrt eignet sich für das 3. bis 7. Schuljahr.

In der Jugendherberge Dahme an der Ost- see bietet Arillus ein Naturerlebnisprogramm ab der 7. Klasse an, das in verschiedenen Bausteinen die Themen Klimaschutz und Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser behandelt. Neben der Zukunftswerkstatt und zahlreichen Experimenten geht es auch ganz praktisch zur Sache, wenn die Schüler Gefährte bauen, die mit regenerativen Energiequellen angetrieben werden. Die Bausteine können für Ein- bis Dreitagesprogramme zusammengestellt werden.

Das neun Hektar große Parkgelände des Schullandheims Wittenbergen reicht bis ans Hochufer der Unterelbe. Hier können Grundschulkinder im Ufersand nach Lust und Laune buddeln oder den großen Containerschiffen zuwinken, die auf der Elbe in Richtung Hamburger Hafen oder offenes Meer unterwegs sind. Die Schiffsbegrüßungsanlage in Schulau ist nur einen Spaziergang entfernt. Besonders empfehlenswert ist die Wanderung über den Elbhöhenweg, der für Lehrer und Schüler einmalige Ausblicke bereithält.

Teamgeist ist gefragt

Kanutouren werden als Bestandteil von Klassenfahrten immer beliebter

Abgesehen vom Erkenntnis- und Wissensgewinn für Schüler orientieren sich viele Klassenfahrten mit dem Schwerpunkt Wasser an erlebnispädagogischen Zielen. So steht zum Beispiel Teamwork im Mittelpunkt des Schattenspringer-Programms der Jugendherberge Milow-Carl Bolle. Die Schüler müssen aus Bambus, Seilen und Fässern ein Floß bauen, das sie trocken bei der Jungfernfahrt über das nahegelegene Gewässer des Milower Lands bringt. Erfahrene Trainer helfen nicht nur beim Floßbau, sondern stellen auch sicher, dass die eigenentwickelten Konstruktionen sicher sind. Das Schattenspringer-Programm erstreckt sich über drei bis fünf Tage und eignet sich für die Klassen 6 bis 13.

Um Zusammenhalt und Kooperation geht es auch bei den zahlreichen Segelfahrten, die für Schulklassen zum Beispiel auf dem Ijsselmeer angeboten werden. Auf einem Segelschiff müssen alle mit anpacken, niemand kann aus der Reihe tanzen oder sich drücken. Arbeit und Geselligkeit wechseln sich in einem für die Schüler ungewohntem Umfeld mit völlig neuen Herausforderungen ab. Das verspricht unvergessliche gemeinsame Erlebnisse.

Die Segeltörns gehen in der Regel über eine Woche und können mit dem jeweiligen Skipper individuell festgelegt werden. Die Boote verfügen über 2- bis 4-Bett-Kabinen, mehrere Duschen und Toiletten sowie einen Gruppenraum. Die Kombüse bietet alles, was es braucht, um für die gesamte Truppe samt Besatzung das Essen zuzubereiten. Schwimmwesten und Rettungsinseln sind in ausreichender Zahl vorhanden.

Kleine Kapitäne

Wer es lieber eine Nummer kleiner mag, kann an die Flensburger Förde oder den Chiemsee fahren. Dort bietet der Deutsche Hochseesportverband HANSA (DHH) von April bis Oktober – mit Ausnahme der Ferienzeit von Mitte Juli bis Mitte August - Sonderprogramme für Schulklassen an, in denen die Schüler in meist einwöchigen Kursen das Segeln lernen. In Booten mit jeweils vier bis sechs „Matrosen“ bringen erfahrene Segellehrer den Schülern die grundlegenden Begriffe und Fertigkeiten fürs Segeln bei. Das praxisorientierte Programm legt dabei den Fokus auf Teamgeist und Segelspaß. Die Unterbringung in den dazugehörigen Herbergsbetrieben gehört natürlich mit zum Programm.

Mehr Action verspricht dagegen Windsurfen an der Nordsee, wie es beispielsweise von Alpetour angeboten wird. Auf einer fünftätigen Klassenfahrt nach Norden erklärt ein erfahrener Surflehrer den Schülern in einem dreistündigen Schnupperkurs die Grundlagen des Windsurfens. Auch das übrige Sportangebot kann sich sehen lassen: Die Schüler haben die Wahl zwischen einem Lenkdrachenkurs, Kajakfahren oder Stand-up-Paddeln. Und wenn man schon mal an der Nordsee ist, darf die Wattwanderung natürlich nicht fehlen.

Schnorcheln und Tauchen

Doch nicht nur für Aktivitäten über dem Wasser existieren zahlreichen Angebote. Selbst Schnorcheln und Tauchen lassen sich in Klassenfahrten oder mehrtägigen Exkursionen integrieren. Diese Aktivitäten bieten sich insbesondere im Rahmen von Oberstufenkursen in den Fächern Physik, Chemie, Biologie oder Geografie an. Unternehmen und Institutionen wie etwa Aurelia, ein Verein für kulturelle, soziale und ökologische Bildung, bieten Module zum Schnorcheln und Tauchen für Studien-, Kurs- oder Klassenfahrten an. Die theoretischen Lerneinheiten werden bei Aurelia auf den jeweiligen Fachbereich abgestimmt. Neben einem Schnupper-Tauchkurs können die Schüler auch den Tauchschein für Tauchgänge bis zu einer Tiefe von zwölf Metern erwerben.

Zu nahezu allen Wassersportarten gibt es entsprechende Programme oder Bausteine, die sich in Klassenfahrten für fast jede Altersstufe integrieren lassen. Und überall dort, wo es Wasser gibt, sind Angebote für Klassenfahrten nicht fern, ob an Nord- und Ostsee oder im Süden Europas an den Küsten der Adria oder des Mittelmeers (s. Weblinks im Kasten).

Vorbereitungen treffen

Bevor es aber in die Sonne und ins kühle Nass geht, sollte man die notwendigen Voraussetzungen für eine solche Klassenfahrt abklopfen. Das fängt mit einer schriftlichen Erklärung der Eltern an und hört längst nicht beim Schwimmnachweis der Schüler auf. Mindestens eine der Aufsichtspersonen muss „rettungsfähig“ sein, das heißt, er muss bei einem Unfall entsprechende Rettungsmaßnahmen ergreifen können. Ist kein Bademeister oder Rettungsschwimmer vor Ort, muss der Lehrer mindestens das bronzene DLRG- oder DRK-Rettungsabzeichen besitzen.

Es kann auch nicht schaden, die Schüler im Vorfeld der geplanten Klassenfahrt im Schwimmunterricht auf die Fahrt vorzubereiten. So kann der Lehrer auch die individuelle Schwimmkompetenz der Schüler überprüfen und gegebenenfalls bei dem einen oder anderen Schwimmer Defizite beheben, bevor es auf große Fahrt geht.

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