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Digitale Medien

Plug and play?

KMK hofft auf Rückenwind für ihre Strategie zur „Bildung in der digitalen Welt“

Beim „DigitalPakt Schule“ wollen Bund und Länder an einem Strang ziehen; die Kultusminister haben einen „maßgeblichen Zwischenstand“ eingestöpselt. Aber ob der Pakt hält, was sich alle von ihm versprechen? Wer sich an frühere milliardenschwere Bildungspakete erinnert, wird da schon mal skeptisch

Die 358. Kultusministerkonferenz (KMK) hat am 1. Juni 2017 in Stuttgart getagt – die Länder bekennen sich zu Eckpunkten des DigitalPakts Schule. Der Verband Bildung und Erziehung jedoch mahnt an, Finanzmittel und Arbeitsaufwendungen sinnvoll zu verteilen

Behandelt wurden unter anderem folgende Themen: Die Kultusministerinnen und Kultusminister diskutierten über die Empfehlungen der Fachforen Schule, berufliche Bildung und Hochschulen zum Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Außerdem einigten sie sich auf das nationale Auswahlverfahren zur Kulturhauptstadt Europas 2025.

Die Länder bekennen sich ferner zu den Eckpunkten einer Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt im Bereich der Schule („DigitalPakt Schule“) Diese Eckpunkte wurden in monatelangen intensiven Verhandlungen zwischen Bund und Ländern auf Ebene der Staatssekretäre ausverhandelt. Damit liegen nunmehr die Voraussetzungen dafür vor, dass die Schulen die vielfältigen digitalen Möglichkeiten effektiv für die Bildungs- und Erziehungsarbeit nutzen können. Im Rahmen der Gespräche hat der Bund rund fünf Milliarden Euro im Zeitraum von 2018 bis 2022 für den Ausbau der IT-Infrastruktur in den allgemeinbildenden Schulen, beruflichen Schulen und sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen (Schulen) in öffentlicher und freier Trägerschaft in Aussicht gestellt.

Dr. Susanne Eisenmann, diesjährige Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, sagt: „Wir müssen unsere Schulen pädagogisch und technisch gut für die Zukunft aufstellen. Mit den Eckpunkten des DigitalPakts Schule schaffen wir gemeinsam eine Grundlage für diese Zukunftsaufgabe. Eine gute technische Ausstattung mit einem überzeugenden pädagogischen Konzept kann allerdings nur dann zum Lernerfolg führen, wenn auch die Lehrerinnen und Lehrer entsprechend qualifiziert sind. Wichtig ist den Ländern auch, dass alle Schulen an dem Programm partizipieren können, unabhängig davon, ob sie bereits über hervorragende Rahmenbedingungen für digitales Lernen verfügen oder ob sie sich jetzt erst auf den Weg in die digitale Zukunft machen. Entscheidend ist das pädagogische Konzept der jeweiligen Schule. Das angekündigte – finanzielle – Engagement des Bundes gibt der Umsetzung der KMK-Strategie ,Bildung in der digitalen Welt‘ den entsprechenden Rückenwind.“

Ties Rabe, Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung und A-Länderkoordinator, sagt: „Mit der Verabschiedung des gemeinsamen Eckpunktepapiers sind wir einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Wir wollen die schulische Bildung zukunftssicher machen – Lernen für die digitale Welt ist dabei ein zentraler Baustein. Wir setzen darauf, dass der Bund zu seinem Wort steht, denn auch die Länder werden ihre Verpflichtungen einhalten.“

Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie B-Länderkoordinator, sagt: „Die heute vorgestellten Eckpunkte zur Bund-Länder-Vereinbarung ‚DigitalPakt Schule‘ begrüße ich ausdrücklich. Die Länder bekennen sich dazu, innerhalb ihrer jeweils eigenen Zuständigkeit und inhaltlichen Gestaltungshoheit Bildung in der digitalen Welt zu realisieren. Damit schaffen sie die Voraussetzungen für eine besondere Form des kooperativen Föderalismus im DigitalPakt Schule.“

Hintergrund des DigitalPakts

Ausgehend vom Beschluss der KMK zur „Bildung in der digitalen Welt“ im Dezember 2016 und der „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom Oktober 2016, haben die Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF) und die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder am 30. Januar 2017 eine Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene mit der Erarbeitung einer Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt im Bereich der Schule bis spätestens Ende Dezember 2017 beauftragt. Die jetzt von der KMK verabschiedeten Eckpunkte sehen die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder und das BMBF als maßgeblichen Zwischenstand an.

VBE fordert Digitalisierung mit Augenmaß

„Die neue Bund-Länder-Vereinbarung zur Unterstützung der Bildung in der digitalen Welt im Bereich Schule unterstützen wir. Wir erkennen an, dass sich die Partner eine große Kraftanstrengung vornehmen wollen“, kommentierte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die am 1. Juni veröffentlichte Bund-Länder-Vereinbarung. „Besonders freut uns, dass deutlich herausgearbeitet wird, dass das Primat des Pädagogischen trotz allem gilt. Hier sehen wir die besondere Verantwortung, die Digitalisierung mit Augenmaß voranzutreiben. Nicht die vollständige Ablösung des Analogen, sondern der Mehrwert durch die Nutzung digitaler Endgeräte muss im Fokus stehen.“

Bund und Länder sind darüber einig, vor allem in den Feldern digitale Infrastruktur, Weiterentwicklung des Bildungs- und Erziehungsauftrags und bedarfsgerechte Qualifizierung Verbesserungen erreichen zu wollen. Beckmann betonte: „Wie wir bereits mehrmals in Umfragen aufzeigen konnten, wollen viele Lehrkräfte digitale Medien im Unterricht einsetzen. Sie sehen die Vorteile. Es gilt nun, sie dort abzuholen und sie flächendeckend zu qualifizieren. Hierbei gilt: Qualifizierung darf nicht on top als Mehrbelastung passieren, sondern in der Dienstzeit.“ Er sprach sich dafür aus, alle Felder gleichermaßen anzugehen: „Nur gut qualifizierte Lehrkräfte können einem auf die neuen Herausforderungen angepassten Lehrplan gerecht werden und in adäquat ausgestatteten Schulen unterrichten. Wir erwarten, dass dies bei der Umsetzung bedacht wird.“

Bei der Pressekonferenz in Stuttgart wurde betont, dass die Gelder als Anschubfinanzierung zur initialen Bereitstellung der Infrastruktur gedacht seien. Sie sollen nicht für die Finanzierung digitaler Endgeräte eingesetzt werden. Beckmann forderte daher: „Die Länder und Kommunen müssen Mittel und Wege finden, digitale Endgeräte bereitzustellen. Es ist erklärter Anspruch, Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Nur mit ‚Bring-Your-Own-Device‘ wird das nicht gelingen.“

Der VBE hat bereits Ende 2015 einen Leitfaden zur Datensicherheit herausgegeben. Beckmann: „Dieses Thema wird viel zu oft unterschätzt. Der VBE hat früh erkannt, dass hier eine besondere Sensibilität gelten muss. Umso mehr freuen wir uns, dass auch die Rechtssicherheit und der Datenschutz endlich transparent geregelt werden sollen.“

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