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Politik- und Ökonomiebildung

Verantwortung lernen

Der Weg des Albrecht-Thaer-Gymnasiums zu Hamburgs erster Verbraucherschule

Wertstoffe aus Müll aufbereiten, umnutzen und neue Produkte daraus verkaufen: Auch das hat sich Hamburgs erste Verbraucherschule zur Aufgabe gemacht

Sich gesund ernähren, klug mit Geld umgehen, klimafreundlich leben, sicher in der virtuellen Welt surfen – immer mehr Schulen greifen diese und andere Themen der Verbraucherbildung auf. Besonders engagierte Schulen zeichnet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) seit 2016 als „Verbraucherschulen“ aus – wie etwa das Albrecht-Thaer- Gymnasium in Hamburg, wo alles mit einem Thementag begann

Ob Einkaufsfallen im Supermarkt, Mobilität ohne Auto, Konsum und Klimawandel, Big Data oder Grundwissen in Sachen Bank- und Finanzwesen – rund 600 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 des Hamburger Albrecht-

Thaer-Gymnasiums beschäftigten sich 2016 im Rahmen eines Thementags mit Fragen des Verbraucheralltags. Der Tag, der unter dem Motto „Verantwortung und Nachhaltigkeit“ stand, war Startpunkt für den Weg zur ersten Verbraucherschule in der Hansestadt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Thementag gemeinsam mit dem Lehrerkollegium des Albrecht-Thaer-Gymnasiums geplant, vorbereitet und realisiert.

Zwischen Food- und Recycling-Design

Beispielsweise stellten im Workshop „Chefkoch“ knapp 30 Fünft- und Sechstklässler selbst Pesto her, überlegten sich einen Namen für ihr Produkt, entwickelten einen passenden Werbeslogan und gestalteten dazu passend Plakate. Abschließend verkosteten sie die handgemachten Produkte, verglichen deren Geschmack mit denen von Fertigprodukten aus dem Supermarkt und stellten die Zutaten beider Varianten gegenüber. Nicht nur im Pesto-Workshop waren die Schülerinnen und Schüler eifrig am Werk. „Die meisten haben großes Interesse an Verbraucherthemen, das merkte man bei vielen der insgesamt 17 Angebote des Tages“, fasst Bettina Ramos von der Verbraucherzentrale Hamburg ihre Eindrücke zusammen. Beim „Recycling-Design“ etwa wurden eifrig Handytaschen produziert, Kleider aus alten Gardinen genäht, aussortierte Weihnachtskugeln veredelt oder Schmuckständer aus Pappe und Korken gebaut. Im Workshop „Bigfoot“ lernten Fünft- bis Achtklässler mehr über Nachhaltigkeit und die Auswirkungen des eigenen Konsumverhaltens auf den Klimawandel. Andere Kinder beleuchteten das Thema musikalisch und komponierten einen eigenen Nachhaltigkeitssong für die Schule.

„Die Schülerinnen und Schüler des Al-

brecht-Thaer-Gymnasiums haben sich kritisch und ganz vielseitig mit Konsumthemen auseinandergesetzt“, sagt Dr. Melanie Weber-Moritz, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. „Es war toll, dabei zu sein und zu sehen, mit wie viel Spaß und Begeisterung die Kinder und Jugendlichen bei der Sache sind.“

Wunsch nach mehr

Der Thementag bildete den Auftakt für das große Ziel, die erste Hamburger Verbraucherschule zu werden – was sie dann auch souverän erreicht hat. „Jugendliche müssen heute so viel wissen, um in der Welt bestehen zu können. Wir wollen ihnen als Schule mit Angeboten wie diesem Thementag dabei helfen, die richtigen Entscheidungen als Verbraucher zu treffen und sie besser auf ein eigenverantwortliches Leben vorbereiten“, erklärt Matthias Drieschner, Nachhaltigkeitskoordinator am Albrecht-Thaer-Gymnasium. Die Expertise der Verbraucherzentrale Hamburg sei in diesem Zusammenhang ein echter Mehrwert, von dem nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch das Lehrerkollegium und sogar die Eltern profitierten, ergänzt Schulleiterin Kirsten Gorny.

Seit dem vergangenen Schuljahr gibt es am Albrecht-Thaer-Gymnasium in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Hamburg regelmäßige Veranstaltungen zum Thema Verbraucherbildung. Dazu gehören beispielsweise eine Tour durch Supermärkte mit Hinweisen zu Einkaufsfallen und eine Banktour, bei der die Jugendlichen lernen, auf welche Fallstricke beim Eröffnen eines Girokontos zu achten ist.

Das Projekt „Hamburger Verbraucherschulen“ wird gefördert von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz.

Weitere Informationen:

www.vzhh.de

www.vzbv.de

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