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Schule unterwegs

Zu Gast bei August und Erich

Dresden drinnen und draußen entdecken

Marc Hankmann

Der Goldene Reiter – eines der Wahrzeichen Dresdens. Im Hintergrund die Kuppel der Frauenkirche

Auf einer Klassenfahrt nach Dresden kann man auf eines getrost pfeifen: das Wetter. Die sächsische Metropole bietet für Schüler ein üppiges Angebot bei Sonnenschein und Regen. Interaktive Ausstellungen ent- stauben den Museumsbesuch, altersgerechte Aufführungen wecken das Interesse an Musik und Theater. Und die Sächsische Schweiz ist nur ein Steinwurf entfernt

Einen ersten Überblick verschaffen sich Lehrer und Schüler mit einer Rundfahrt in einem der roten Doppeldeckerbusse. Sydney, das Känguru, macht die Fahrt durch Elbflorenz mit einem speziell für Kinder konzeptionierten Stadtführer-Audio-Guide zum Erlebnis. Besonders beliebt sind auch die Führungen durch die Altstadt, wie sie zum Beispiel die Agentur Ideenreich für Schulklassen anbietet. Mit Guckröhrchen und Namensschildern ausgestattet, geht es auf Geschichtsforschung. Die Schüler bekommen dabei die Gelegenheit, ihr Wissen zu präsentieren und Fragen zu stellen, um Gebäude und historische Persönlichkeiten der Stadt näher kennenzulernen. Zusätzlich gibt es ein der Altersstufe angepasstes Begleitheft, in das die Schüler malen und schreiben können. Lehrer erhalten von einer erfahrenen Diplom-Pädagogin Unterstützung, die beim Eintragen der absolvierten Stationen hilft, Fragen beantwortet und die Schüler das Tempo bestimmen lässt.

Die Sächsische Schweiz lädt zu unvergesslichen Wanderungen ein

Eine ganz besondere Art der Schnitzeljagd verspricht das „Stadtspiel Dresden“. Dabei lösen die Schüler gemeinsam Rätsel, lernen so die bekanntesten Sehenswürdigkeiten kennen und erfahren nebenbei viel Wissenswertes über Dresden. Für Grundschulklassen empfiehlt sich die Tour „Altstadt für Kids“ mit altersgerechten Wegbeschreibungen und Rätseln. Sie führt vorbei am Goldenen Reiter, der Königstraße, der Kunsthofpassage, dem Jüdischen Friedhof und der Pfunds Molkerei. Die gesamte Tour dauert drei bis vier Stunden, kann aber durch eine eingebaute Abkürzung verkürzt werden. Den Start wählt man individuell aus. Ältere Schüler können auch auf eigene Faust auf Schnitzeljagd gehen.

Entdecken, Anfassen, Experimentieren

Im Verkehrsmuseum gibt es viel zu sehen und zu bestaunen

Sollte das Wetter der Schnitzeljagd einen Strich durch die Rechnung machen, bietet Dresden eine große Auswahl an Museen und Ausstellungen. So halten etwa die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) Audio-Guides für 14 Museen parat. Via iPod führt zum Beispiel August der Starke „persönlich“ durch das Historische Grüne Gewölbe. KUNST4KIDS, der Audio-Guide des Albertinums, wurde sogar von Dresdner Schülern entwickelt. Sie stellen ihre Lieblingswerke aus dem Albertinum vor und führen anhand von 33 Exponaten durch die Skulpturensammlung und die Galerie Neue Meister. Eine Activity-Funktion regt zum eigenständigen Erforschen und Hinterfragen der Kunstwerke an. Der Audio-Guide ist kostenlos im Albertinum erhältlich und eignet sich für Schüler von neun bis fünfzehn Jahren.

Dass Wissensvermittlung nicht langweilig sein muss, demonstriert auch das Deutsche Hygiene Museum Dresden (DHMD). Hier können die Schüler in verschiedene Ausstellungen experimentieren. Speziell das Kindermuseum mit einer interaktiven Ausstellung zu den fünf Sinnen macht den Regen schnell vergessen. Beeindruckendes Exponat ist eine Bodenklaviatur, auf der man herumlaufen und so Musik machen kann.

Wer sich für Technik und Verkehrsmittel aller Art interessiert, ist im Dresdner Verkehrsmuseum an der richtigen Adresse. Programme für spezielle Altersklassen befassen sich mit dem spielenden Begreifen von Technologie. In der Luftfahrt-Ausstellung im Verkehrsmuseum können die Schüler das Phänomen Luft ganz individuell erkunden. Im Erlebnisland Mathematik in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD) erleben Schulklassen aller Altersstufen auf mehr als 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die spielerische Seite der oft so trockenen Mathematik. Und im „Experimentierfeld“ warten erstaunliche Phänomene aus Mechanik, Optik, Akustik, Wärme und Elektrizität darauf, entdeckt zu werden. Außerdem beherbergt die TSD das „School Lab“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Im „DLR School Lab“ der Technischen Sammlungen Dresden geht es richtig wissenschaftlich zu

Theater, Musik und Literatur

Mehr als 600 Veranstaltungen finden jährlich in einem der ältesten Kinder- und Jugendtheater Deutschlands statt. Im tjg.theater junge generation werden nur Inszenierungen für Kinder von zwei bis 16 Jahren aufgeführt – spannend inszeniert und genau auf deren Bedürfnisse zugeschnitten. Dafür wurde das tjg. mit dem Preis des Deutschen Bühnenvereins ausgezeichnet. Interessant ist die neue Spielstätte des Theaters, das Kraftwerk Mitte Dresden. In den vergangenen Jahren wurde das ehemalige Heizkraftwerk zum Zentrum für die Kultur- und Kreativwirtschaft ausgebaut und beherbergt seit Dezember 2016 neben dem tjg. auch die Staatsoperette Dresden sowie zahlreiche Kunst- und Kulturinstitutionen.

Von der Staatsoperette zur Sächsischen Staatskapelle, die mehrmals jährlich zu „Kapelle für Kids“ in die Semperoper einlädt. Hier entdeckt die neugierige Puppe Alma die Welt der Musik. Die kindgerechten Erklärungen liefert Staatskapellen-Hornist Julius Rönnebeck. Das musikalische Pendant zu Alma ist „Otto, der Ohrwurm“. Die eigens für die Dresdner Philharmonie entwickelte Figur führt Schüler auf unterhaltsame Weise an die klassische Musik heran. Dank aufwändiger Video- und Animationstechnik ist der Ohrwurm in jedem Konzert persönlich zu Gast.

Den Dreiklang von Theater, Musik und Literatur vervollständigt ein Besuch im Erich-Kästner-Museum. Der Autor wurde 1899 im Dresdner Gründerzeitviertel geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Die restaurierte Villa von Kästners Onkel beherbergt seit 2000 einen weltweit einzigartigen Museumstyp: In dem sogenannten Micro-Museum können Schulklassen in vielen kleinen Schubladen mit Zeitungsartikeln, Briefen und Fotos stöbern und sich so in Kästners Leben und Werk vertiefen. Die Schubladen sind in vier Farben eingeteilt, die je für eine andere Facette des Autors stehen. Mit unterschiedlichen Angeboten, wie der Erich-Kästner-Schreibwerkstatt für junge Nachwuchsautoren, der Erich-Kästner-Rallye für Schulklassen oder dem jeweils im Februar stattfindenden Erich-Kästner-Museumsfestival hält das Museum Leben und Wirken des Autors lebendig.

Park und Wald in Dresden

Nach dem Museum geht es ins Grüne, zum Beispiel in den Großen Garten. Auf der mit 147 Hektar größten Grünflächen Dresdens sind der Zoo und die Parkeisenbahn zuhause. Die Elbe bietet neben einer Fahrt mit der Sächsischen Dampfschifffahrt, der ältesten Raddampferflotte der Welt, viele sportliche Aktivitäten: Mit dem geliehenen Kanu kann man Dresden und das Elbland entdecken. Auch per Floß oder beim Stand-up-Paddeln können Schüler die Elbe erobern. Aber auch die Dresdner Heide, einer der größten Stadtwälder Europas, ist ein Paradies für mehr Bewegung auf der Klassenfahrt. Vorbei an Wasserfällen und Naturdenkmälern gibt es bei einer Wanderung einiges zu entdecken wie etwa den Waldspielplatz Albertpark, den Kletterwald oder das Waldbad Klotzsche.

Auch das Dresdner Umland hält für Schulklassen einiges bereit. Vom Großen Garten ist es nicht weit bis in den Wilden Westen: Im Karl-May-Museum in Radebeul kann man Winnetou und Old Shatterhand persönlich treffen. Neben zwei europaweit einzigartigen Ausstellungen – „Karl May – Leben und Werk“ sowie die „Indianer Nordamerikas“ – warten jede Menge Abenteuer, wie Spurenlesen oder Bogenschießen, auf die Schüler. Von Dresden aus erreicht man Radebeul mit der S-Bahn in nur 15 Minuten.

Das Karl-May-Museum in Radebeul zeigt eine beeindruckende Ausstellung zu den Indianern Nordamerikas

Die Sächsische Schweiz

Nach einer Fahrzeit von rund 30 Minuten ab dem Dresdner Hauptbahnhof taucht man in eine völlig andere Welt ein: die faszinierende Felslandschaft der Sächsischen Schweiz. Eine wahre Mutprobe steht den Schülern in den zahlreichen Klettergärten bevor. Ob im Waldseilpark Klotzsche, im Abenteuerpark Moritzburg oder im Hochseilgarten in Sebnitz, hier müssen die Schüler über schwankende Bohlen balancieren und wackelige Hindernisse überqueren. Als Start oder Abschluss einer Wanderung bietet sich zum Beispiel ein Abstecher ins NationalparkZentrum in Bad Schandau an. Es ist eines der modernsten Naturschutzzentren Deutschlands und bietet für Schulklassen viele Gelegenheiten zum Staunen, Spielen und Ausprobieren wie etwa eine Duftstation, einen Ameisenzoo, den Mikroskop-Tisch oder das Tiergeräusche-Raten.

Neben Wandern und Klettern bietet die Sächsische Schweiz auch beeindruckende Bauwerke wie beispielsweise die Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas. Die imposante Wehranlage thront 247 Meter über der Elbe und lädt mit Suchspielen, Kinder-Audio-Guides und altersgerechten Führungen zu einem Blick in die Vergangenheit ein. Wer mit seiner Schulklasse nach Dresden fährt, hat also die Qual der Wahl – beste Voraussetzungen, um den Schülern ein einmaliges Erlebnis zu bieten.

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