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Qualitätsentwicklung

Den Kindern eine Stimme geben

Deutscher Schulpreis 2016 für Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf/Niedersachsen

„Selbstlernzeit“ in der Schüttorfer Grundschule: regelmäßige Treffen von Lehrern und Schülern zwecks Beratung zu den nächsten Lernschritten

Hauptpreisträger motiviert Schüler durch große Mitbestimmung und intensive Lernbegleitung

Die Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf (NI) gewann Anfang Juni 2016 den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 2016. Vier weitere Preise in Höhe von je 25.000 Euro erhielten die Schule für Erwachsenenbildung e. V. Berlin (BE), das Humboldt-Gymnasium Potsdam (BB), die Freiherr-vom-Stein-Schule Gemeinschaftsschule der Stadt Neumünster (SH) und die Schule St. Nicolai mit dem Standort Am Nordkamp auf Sylt (SH). Der anlässlich des 10. Jubiläums des Deutschen Schulpreises erstmals ausgeschriebene und ebenfalls mit 25.000 Euro dotierte Sonderpreis für Deutsche Auslandsschulen geht an die Deutsche Internationale Schule Johannesburg in Südafrika.

Die Auszeichnung überreichte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. In seiner Laudatio sagte er: „Schule ist der Ort, an dem Wissen vermittelt und Talente entdeckt und entwickelt werden. Wir wollen alle Schülerinnen und Schülern unabhängig von Herkunft und Geschlecht mit dem Rüstzeug versehen, das Beste aus diesen Talenten zu machen. Das gilt besonders im Jahr 2016, nachdem viele Menschen in Deutschland Schutz gesucht und gefunden haben. Schule ist dabei immer auch ein Spiegel unserer Gesellschaft. Wo Mitbestimmung erlebbar und erfahrbar ist, gilt auch Willy Brandts Wort von der ‚Schule der Nation‘. Der Deutsche Schulpreis trägt mit dazu bei, dass mündige Bürgerinnern und Bürger unsere Welt von morgen mitgestalten. Im 10. Jahr seines Bestehens freut mich besonders, dass der Preis auch die Arbeit der deutschen Auslandsschulen in den Blick genommen hat, denen in ihren Gastländern eine wichtige Mittlerrolle zukommt und deren Erfahrung zum ‚Umgang mit Vielfalt‘ auch in das Inland hineinwirken.“

Fürs Lernen begeistern: Eine Grundschule lässt Kinder mitbestimmen

An der Hauptpreisträgerschule, der Grundschule auf dem Süsteresch im niedersächsischen Schüttdorf, erleben 250 Schülerinnen und Schüler täglich, was Mitbestimmung im Schulalltag bedeutet. Auf unterschiedlichen Ebenen übernehmen sie Verantwortung für sich und andere: Das fängt bei den Klassendiensten an, geht über den Klassenrat, bei dem wöchentlich Probleme besprochen werden und der abwechselnd von einem Kind der Klasse geleitet wird, bis hin zur „Selbstlernzeit“. Regelmäßig setzen sich die Lehrer mit den Kindern zusammen und beraten mit ihnen die nächsten Lernschritte. Mit Erfolg: Bei den VERA-Ergebnissen liegt die Grundschule in Deutsch weit über dem Durchschnitt.

„Hier haben sich die Lehrer gemeinsam mit dem Schülerparlament, den Kindern und ihren Eltern auf den Weg gemacht, um das Lernen zu verändern“, sagt Erziehungswissenschaftler Professor Michael Schratz von der Universität Innsbruck, Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises. Wichtiger Teil des Erfolgsrezepts sei der Arbeitskreis „Grundschule im Wandel“, dem nahezu alle Lehrerinnen, Lehrer und pädagogische Mitarbeiter angehören. Fast das gesamte Unterrichtsmaterial hat das Team selbst entwickelt, im Forscherlabor stehen 80 Forscherkisten für die Schülerinnen und Schüler. Besonders beeindruckt hat die Jury das Zusammenspiel von offenen Lernformen, von Lernzeit und Freizeit, Plenumsunterricht und Projektarbeit. „Andere Schulen können von der Grundschule auf dem Süsteresch lernen, wie eine intensive Lernbegleitung und Beratungskultur bemerkenswerte Leistungsergebnisse und eine beeindruckende Schulatmosphäre schaffen“, lobt Schratz.

Qualitätsentwicklung

Wenig Zeit, wenig Geld

Die gute Nachricht vorweg: In Deutschland sind die Grundschulen in ihrer Leistungsbilanz nicht mehr die „Hinterhöfe der Nation“ (Jo … mehr