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Umweltbewusst reisen

Eins nach dem andern

Tipps und Hinweise für zielführende Vor- und Nachbereitung einer Klassenfahrt

mho

Eine Klassenfahrt soll in einem freizeitbetonten Rahmen unterrichtlich relevante Themen aufgreifen, den Zusammenhalt der Klasse stärken und für Spaß miteinander sorgen. Um dies zu erfüllen, sind im Vorfeld viele – auch scheinbar nebensächliche – Fragen zu klären und Zeitpläne einzuhalten

Sicherlich bedeutet eine Klassenfahrt immer eine besondere Herausforderung für Pädagogen, und sie zu planen, ist eine Rechnung mit einigen Unbekannten. Deren Zahl kann man aber minimieren, indem man nicht nur inhaltlich, sondern auch ablauftechnisch die Eckdaten der Fahrt mit Schülern und Eltern, mit Schul- und Gesamtkonferenz abstimmt. Aber das dauert. Darum ist es wichtig, sich als Erstes einen Zeitplan zu erstellen. Bewährt hat sich folgender Ablauf:

1. Der Zeitplan

12 Monate vor der Fahrt:

  • die Eltern über avisierten Termin und Reiseziel informieren
  • Alternativen dafür erörtern
  • Beschluss fassen, um konkrete Planungen einleiten zu können

10 Monate vor der Fahrt:

  • die Anreise und Unterbringung verbindlich buchen
  • Finanzierungsplan erstellen und das Ansparen beginnen

2 Monate vor der Fahrt:

  • die Eltern über besondere Aspekte der Fahrt informieren
  • vorschriftsgemäße Vereinbarungen treffen

6 Wochen vor der Fahrt:

  • den Eltern Zeitplan, Kontaktdaten usw. schriftlich mitteilen
  • Restfinanzierung sicherstellen

3 Wochen vor der Fahrt

  • alle Erklärungen, Zustimmungen usw. prüfen
  • Daten der Anreise und Unterbringung kontrollieren
  • Materialien (auch Erste-Hilfe-Equipment) organisieren, die mitgenommen werden müssen

2. Alle Instanzen einbeziehen, Angebote nutzen

Inhaltliche Vorbereitungen planen Sie im Unterricht. Stellen Sie dort die zu bearbeitenden Materialien zusammen, bilden Sie Gruppen für besondere Aufgaben oder Dienste. Stellen Sie – den Schülern im Unterricht, den Eltern an einem Elternabend – die möglichen Zielorte vor. Nutzen Sie dafür möglichst auch audiovisuelle Hilfsmittel wie etwa Prospekte und Internetseiten. Auch die Einteilung der Zimmergemeinschaften sollten Sie in dieser Phase schon vornehmen.

Auf dieser Informationsbasis erstellen Sie – wiederum gemeinsam mit den Schülern – ein Wochenprogramm für die Fahrt. Gut zu wissen: Viele Jugendherbergen bieten neben ihren Pauschalangeboten erprobte Programme oder Programmbausteine für alle Schulformen.

Entwerfen Sie insbesondere für wetterabhängige Aktivitäten einen Plan B. Kontaktieren Sie dazu auch die Herbergsleitung, die eine bessere Ortskenntnis hat als Sie. Nehmen Sie eventuell nötig werdende Änderungen an und beziehen Sie die Schüler ein. Erinnern Sie sie daran, wetterfeste Kleidung mitzunehmen!

Ökologische Aspekte berücksichtigen

Insbesondere, wenn Sie im Unterricht ohnehin gerade ein Umweltthema behandeln, eventuell sogar mit Bezug zum Klassenfahrtziel, können Sie auch mit Kindern und Eltern die Ökobilanz von An- und Abreise diskutieren. (Der Bus übrigens ist immer noch das Vehikel mit dem geringsten Schadstoff-Ausstoß – sofern er voll besetzt ist.) Auch die ökologischen Aspekte der Unternehmungen vor Ort sowie der Verpflegung der Herberge (Stichworte: Bio-Produkte und Fleischanteil) können Sie am Elternabend und im Unterricht behandeln – es ist nie zu früh, den Kindern die ökologischen Konsequenzen ihres eigenen Verhaltens und Handelns begreifbar zu machen.

3. Unterwegs

Beachten Sie zwei Faustregeln. Erstens: Je jünger die Schüler, desto näher sollte das Ziel liegen. Zweitens: Je kürzer die geplante Aufenthaltsdauer, desto kürzer sollte die Anreise sein. Vom Alter der Schüler abhängig machen sollten sie auch die Art des Verkehrsmittels und die Tageszeit der Reise. Sinnvoll ist es, mit jüngeren Schülern eine gemeinsame Abfahrt an der Schule zu planen. Ältere Schüler können auch an vorher vereinbarten Stationen „eingesammelt“ werden.

Bereiten Sie für die Fahrt Reiselieder vor, kleine Spiele, einen Fragebogen zur Fahrt und ein gutes Frühstück. Wirken Sie Hektik und hoher Lautstärke unter den Schülern entgegen – vermeiden Sie Musik-Dauerberieselung aus Bordlautsprechern und Kopfhörern.

4. Am Ziel

Wenn man sie lässt, werden die meisten Schüler die Herberge lautstark erstürmen. Das ist für den geregelten Ablauf im Haus aber nicht förderlich. Sinnvoll ist es dagegen, die Kinder ihre Unterkunft und deren Umgebung auf einer zuvor geplanten Rallye erkunden zu lassen. Kennen sollten sie vor allem den Gruppenraum, denn er wird für die nächsten Tage der Dreh- und Angelpunkt sein.

Bitte im Vorfeld prüfen:

  • Bietet die Unterkunft gesunde, ausgewogene Ernährung und genügend Anreize für Bewegung und Spiel?
  • Liegen Lebensmittel-Allergien, religiöse Speisevorschriften oder Stoffwechselkrankheiten vor? Besprechen Sie diese unbedingt mit der Herbergsleitung!

5. Regeln

„Das ist ja cool da“: Mögliche Reiseziele sollte die Lehrkraft mit Prospekten und Internetseiten vor- und zur Auswahl stellen

Wie viel pädagogische Anleitung und Reglementierung muss sein? Eine pauschale Antwort auf diese wichtige Frage gibt es nicht, sie richtet sich stets nach der Dynamik und dem psychosozialen Klima in der Klasse. Doch so viel muss klar sein: Eine von allen als positiv erlebte Fahrt braucht klare Ansagen und Regeln. Toleranz ist dort angebracht, wo sie nicht die Freiheit anderer einschränkt. Konsequenz schafft Vertrauen und Sicherheit für Sie und die Schüler.

Sinnvoll sind fest vereinbarte Treffen der gesamten Klasse, etwa vor dem Essen. Ist die Mahlzeit beendet, halten Sie die Klasse noch einen Moment zusammen, um ihnen etwas mitzuteilen und Verabredungen zu treffen. Auf den gemeinsamen Treffen legen Sie auch andere für alle verbindliche Eckdaten fest, wenn nicht bereits während der Vorbereitung geschehen:

  • Verhaltensregeln in der Herberge und deren Umgebung
  • Hinweise auf mögliche Gefahren
  • konkrete Verbote (z. B. gefährliche Alleingänge. heimliches Naschen)
  • Verkehrsbelehrung
  • Verhaltensregeln für Notfälle

Erlauben Sie freien Ausgang grundsätzlich nur in kleinen Gruppen und begrenzen Sie dafür die Zeit. Kontrollieren Sie unauffällig, ob die Schüler Ihren Regeln folgen. Vertrauen Sie ihnen nicht blind. Ein Schülerrat kann als Mittlerinstanz zwischen Ihnen und der Klasse fungieren. Sollten besonders hartnäckige Draufgänger Ihre Regeln wiederholt missachten, scheuen Sie sich nicht, „Warnschüsse“ abzugeben, wie z. B. den Ausschluss von gemeinsamen Unternehmungen oder – als letztes Mittel – die Ankündigung, die Eltern zu bitten, ihr Kind abzuholen.

6. Nähe und Distanz

Auf einer Klassenfahrt lernen die Schüler ihre Klassenlehrerin oder ihren Klassenlehrer auch privat kennen – eine große Chance für beide Seiten. Falsch ist es jedoch, wenn die Lehrperson auf die institutionell-pädagogische Autorität ganz verzichtet. Sprich: Ein allzu „kumpelhaftes“ Verhalten würde die Schüler irritieren und das Vertrauen in Ihre Durchsetzungskraft schwächen.

7. Krankheit und Notfall

Falls während einer Klassenfahrt im Inland ein Schüler ernsthafter erkrankt, „doktorn“ Sie nicht selbst herum, sondern konsultieren Sie gleich einen Arzt. Im Ausland wenden Sie sich unbedingt an das deutsche Konsulat. Es wird die notwendigen Maßnahmen, je nach Schwere der Krankheit auch eine ärztliche Betreuung einleiten. Ein Erste-Hilfe-Set (und die Kenntnis, es anzuwenden) sollte dagegen zu Ihren Bordmitteln gehören. Die Aufsichtsverordnung Ihres Bundeslandes sagt Ihnen, in welchen Fällen welche Pflege- und Ruhemaßnahmen zu ergreifen sind.

8. Entertainment

Selbst Grundschüler besitzten heute oft ein Smartphone oder anderes „Daddel“-Gerät. Da eine Klassenfahrt aber den Gemeinschaftsaspekt in den Vordergrund stellt, legen Sie zuvor mit Ihren Schülern am besten fest, wann die Geräte benutzt werden dürfen und wann nicht. Ohnehin sollten die Schüler kein besonders wertvolles Gerät mitnehmen – Langfinger gibt es überall.

9. Krönender Abschluss

Bewährt hat sich am letzten Abend eine gemeinsame Abschlussfeier für die gesamte Gruppe. Dabei sollten Spaß und Spiel im Vordergrund stehen. Je nach Alter und Neigung Ihrer Schüler, können sich Themenabende anbieten, also etwa ein Rittergelage oder Maskenfest, ein gemütlicher Leseabend oder Abschiedsdisco, Lagerfeuer, Spieleabend, Grillfest, Nachtwanderung. Auch hierzu sollten Sie sich mit der Herbergsleitung abstimmen.

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