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MINT und Medien

Klang des Neuen

Außerschulische Lernorte ergänzen den Unterricht

Spannende Erfahrungen, ungewohnte Perspektiven: Außerschulische Lernorte wie das Deutsche Museum München – hier eine XXL-Gitarre in dessen „Kinderreich“ – bieten viele Lernanlässe, die Schule meist nicht realisieren kann

Selbst von personell und technisch gut ausgestatteten Schulen kann man nicht verlangen, die ganze Bandbreite naturwissenschaftlich-technischer Themen zu vermitteln. Wer Schüler dafür begeistern will, muss neben ihrem Verständnis auch ihr Gefühl für MINT-Themen wecken. Besonders gut gelingt das in einer authentischen Forschungsumgebung außerhalb der Schule

So haben Science Center, Schülerlabore, Wissenschaftsfestivals und viele andere außerschulische Lernorte die klassische Bildungslandschaft in den vergangenen Jahren enorm bereichert. Zudem bieten sie gegenüber dem herkömmlichen Schulunterricht einen entscheidenden Vorteil: Sie führen Kinder und Jugendliche „hands on“ an Wissenschaft und Forschung heran. Das heißt, an authentischen Orten und – möglichst – vermittelt durch echte Wissenschaftler.

Das bedeutet wohlgemerkt nicht, dass außerschulische Lernorte den naturwissenschaftlich-technischen Schulunterricht ersetzen können oder sollen. Vielmehr wirkt sich eine Kombination befruchtend auf das Lernen hier wie dort aus. Eine Chance, die kein Lehrer verpassen sollte. Denn Bildungs- und Wirtschaftsexperten sind sich heute einig: Zwischen Schulen und der Welt „draußen“ muss ein viel intensiverer Dialog stattfinden als bisher. Die Zukunft der Bildung liegt deshalb in einer neuen Wechselbeziehung zwischen institutionellen und außerinstitutionellen Lernorten. Daher darf man letztere nicht als Modeerscheinung abtun. Auch abgesehen von Schulen besteht auf Seiten der Öffentlichkeit augenscheinlich eine dauerhafte Nachfrage nach Info- und Edutainmentangeboten. Viele Initiativen, die der PUSH-Prozess (Public Understanding of Science and Humanities) in den vergangenen Jahren angestoßen hat, sind mittlerweile etabliert. Die Erfolge des bis 2012 von Wissenschaft im Dialog (WiD) organisierten, Wissenschaftssommers, des Wissenschaftsschiffs, das alljährlich die Besucherrekorde bricht, von Science Centern, Schülerlaboren und Wissenschaftsjahren sprechen für sich. Naturwissenschaft und Technik sind dabei, einen ebenso hohen Stellenwert zu gewinnen wie Kino, Theater, Konzerte oder Kunstausstellungen.

Wenn sich, was wünschenswert wäre, für das Lernen „draußen“ Standards durchsetzen, wird es auch einfacher, die Besuche in die Curricula der Länder zu integrieren. Immerhin verfügen die meisten etablierten außerschulischen Lernorte mittlerweile über pädagogisch ausgebildetes Personal, das weiß, worauf es Lehrern ankommt.

Hand in Hand mit der Schule

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Die neue Art der Wissenschaftskommunikation hat geschafft, was vor Jahren noch ganz und gar undenkbar schien: Wissenschaft ist wieder stärker ins kulturelle Bewusstsein gerückt – insbesondere dank Aktionen der sogenannten Citizen Science, bei denen sich Bürger jeden Alters und unabhängig von ihrer Vorbildung aktiv einbringen können (siehe Kasten).

Zwar führt ein kurzer Kontakt mit der Forschung auf Wissenschaftsschiffen oder auch in Schülerlaboren nicht unbedingt zu einem deutlich messbaren und dauerhaft abrufbaren Mehr an Faktenwissen. Umso höher sind aber die emotionalen und motivationalen Effekte einzustufen: Wer es schafft, Interesse zu wecken, hat schon halb gewonnen. Zumal in einer Zeit, da es vielen Schulen schwerfällt, eine breite MINT-Bildung (Mathematik – Informatik – Naturwissenschaft – Technik) zu gewährleisten und den wissenschaftlich-technischen Nachwuchs für Hochschule und Forschung zu generieren – insbesondere unter den Mädchen, die sich bereits in der Grundschule tendenziell schwerer für solche Themen begeistern lassen. Wegen ihrer emotionalen, erlebnisorientierten Komponenten können Science Center, Wissenschaftsfestivals, Schülerlabore und interaktive Ausstellungen dem Schulunterricht neue spannende Impulse geben. Und den Lehrkräften Ideen für vertiefende Unterrichtsreihen zu lebenswelt-orientierten Themen, die so nicht auf dem Lehrplan stehen.

MINT und Medien

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