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Umweltbildung

Schluss mit Schmutz

Greenpeace engagiert sich für und in Grundschulen mit Umwelt- und Klimathemen

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik gelangen Jahr für Jahr in die Meere – eines von vielen Themen der Umweltbildung, an denen sich Greenpeace mit Unterrichtsmaterial und Vorträgen beteiligt

Die Aktivisten von Greenpeace sind besonders bekannt für ihre spektakulär- medienwirksamen Initiativen etwa gegen Walfänger oder auch zu TTIP und CETA. Doch auch in seiner Bildungsarbeit packt Greenpeace brisante Themen an – und vermittelt dabei Spaß an der Naturwissenschaft

Das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Umweltthemen ist groß. Das hat Greenpeace in seiner Studie nachgewiesen, dem Nachhaltigkeitsbarometer. Die Organisation will daher Lehrkräfte dabei unterstützen, aktuelle Umweltthemen in ihren Unterricht zu integrieren, und entwickelt dafür Schulmaterial.

Mit dem Bildungsmaterial möchte Greenpeace den respektvollen, nachhaltigen Umgang mit unseren Lebengrundlagen vermitteln. Solidarität und Mitverantwortung sind nur zwei der wichtigen Kernkompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung. Kinder- und Jugendliche sollen neben dem Erkennen und Bewerten von Umweltproblemen durch die Arbeitsvorschläge auch Anregungen zur aktiven Mitgestaltung erhalten: Sie erleben, dass sie selber etwas bewirken können. So soll das Verhältnis „global denken, lokal handeln“ (be)greifbar gemacht werden.

Das Material greift Ereignisse auf, die über einen längeren Zeitraum in den Medien auftauchen, z. B. Ölunglücke, Lebensmittelskandale, Energiewende oder Atomkraft – Themen, die die Schülerinnen und Schüler beschäftigen.

Die Unterlagen bieten Lehrerinnen und Lehrern weiterführende Ergänzungen zur Bearbeitung dieser Themen an, sie ersetzen keine Schulbücher. Für die Aufgaben ist Vorwissen notwendig, das im Lehrplan vorkommt. Dort, wo die Schulbücher aufhören, setzt das Material an. Es ist für verschiedene Altersgruppen aufbereitet und berücksichtigt unterschiedliche Leistungsniveaus. Die Aufgaben knüpfen an die Lebenswelt der Jugendlichen an und schärfen das Bewusstsein für das eigene Handeln.

Aktuelle Umweltthemen begreifbar machen

Die didaktische Kompetenz liegt bei den Lehrkräften, Greenpeace hat sich deshalb bewusst gegen genaue kleinteilige Unterrichtseinheiten entschieden. Stattdessen bietet der Verein eine Vielfalt an Impulsen und offenen Methodenvorschlägen an. Lehrerinnen und Lehrer sind die Experten für eine unterrichts- und altersgerechte Aufarbeitung. Das Greenpeace-Material baut auf dieser Kompetenz auf und regt dazu an, vielfältige Themen auf vielfältige Art und Weise zu bearbeiten.

Analog zur gesellschaftlichen Rolle von Greenpeace als „Interessenvertretung für den Umweltschutz“, beginnt das Lehrmaterial dort, wo der Unterricht oft aufhört: Es soll zu vertiefenden Diskussionen anregen, beim Deuten und Einordnen des Faktenwissens in aktuelle Zusammenhänge helfen und beim Ausbilden einer eigenen Position.

Material zum Thema Meeresschutz

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jährlich in die Ozeane. Schätzungen zufolge haben sich dort bereits mindestens 150 Millionen Tonnen angesammelt. In einigen Meeresregionen bildet der Müll gewaltige Strudel. Aber auch kleinste Teilchen, sogenanntes Mikroplastik, belastet in großen Mengen die Ozeane. Für die Meeresbewohner birgt Plastik in allen Größen Gefahren: In Netzen können sie sich verfangen, Mikroplastik können sie mit Nahrung verwechseln. Auch heimische Meerestiere wie der Schweinswal sind gefährdet. Um die Ozeane als Lebensquelle auch für zukünftige Generationen zu erhalten, ist es wichtig, Kindern den Wert des Meeres und seiner Bewohner nahezubringen.

„Mit dem Thema Plastikmüll sprechen wir die junge Generation direkt in ihrer Lebenswelt an. Ob Tüten, To-Go-Becher oder Pommes-Gabel – Wegwerfprodukte aus Plastik gehören längst zum Alltag. Über Flüsse gelangt der Müll, teils in mikroskopisch kleiner Form, auch in die Meere und wird dort zur unsichtbaren Gefahr für das Ökosystem“, sagt Nicole Knapp, Leiterin der Kinder- und Jugendprojekte bei Greenpeace.

Das kürzlich aktualisierte Heft mit dem Titel „Meer entdecken!“ orientiert sich an den Lehrplänen für den Unterricht in den Klassen 3 und 4. Ziel ist es, das Bewusstsein der Kinder um Umweltprobleme und um die Möglichkeiten aktiver Mitgestaltung zu stärken. Sie erleben bei Übungen innerhalb und außerhalb des schulischen Umfelds, dass sie selbst etwas für den Schutz der Meere bewirken können.

Eine Vorlesegeschichte mit Infografik führt die Schülerinnen und Schüler an das Problem Plastikmüll heran. Recherche-Aufträge, Quizaufgaben und Experimente zum Filtern von Mikroplastik regen zum selbständigen Arbeiten an. Ausgewählte Literatur-, Link- und Filmtipps ergänzen die Aufgaben. Das Bildungsmaterial enthält zusätzlich Arbeitsblätter zu Ostsee, Schweinswal, Fischstäbchen und Meeresschutzgebiet.

Greenspeaker: Engagement in den Schulen

Keine vorgekauten Unterrichtseinheiten – dafür viele Anregungen, Infos und Medientipps: die Grundschulmaterialien zu Bienen und Meeresschutz

Greenspeaker sind Menschen, die sich ehrenamtliche bei Greenpeace engagieren und Schulbesuche machen. Sie tragen mit ihrer Tätigkeit dazu bei, dass Umweltthemen in den verschiedenen Schulformen vermittelt werden. Dadurch wollen sie junge Menschen ermutigen, selbst aktiv zu sein und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Im Rahmen des Greenpeace-internen Weiterbildungsprogramms wurden die Ehrenamtlichen für das pädagogische Arbeiten an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen qualifiziert.

Schulbesuche von Greenspeakern sind vor allem spannend und authentisch, denn die Aktivistinnen und Aktivisten berichten von eigenen Erlebnissen und knüpfen an den Erfahrungshorizont der Jugendlichen an.

Ein Ziel dieser umweltpolitischen Bildungsarbeit an Schulen ist es, bei Jugendlichen differenziertes Denken anzuregen und eigene Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Vor allem zum Thema Meeresschutz bietet Greenpeace Schulbesuche an. Ausgehend von der Frage „Was schwimmt denn da im Meer?“ zeigen die Greenspeaker den Grundschulkindern, wie bedeutsam und einzigartig der Lebensraum Meer ist. Zugleich sollen sie praktisch erfahren können, wie die Meere durch eingebrachten Müll und durch die Fischerei gefährdet werden – und erleben, dass sie selber etwas bewirken können.

Derzeit gibt es in den folgenden Städten bzw. Regionen Greenspeaker, die auch direkt über die ehrenamtliche Greenpeace-Gruppe angesprochen werden können: Aschaffenburg, Augsburg, Berlin, Cottbus, Dortmund, Dresden, Eberswalde, Essen, Frankfurt/Main, Friedrichshafen, Gelnhausen, Gießen, Göttingen, Hamburg, Hildesheim, Jena, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Lübeck, Mainz/Wiesbaden, München, Münster, Nürnberg, Ostfriesland, St. Wendel, Straubing, Stuttgart, Tübingen, Westerwald, Wolfsburg.

„Bienen in der Grundschule“: Anregungen für Lehrer

Ein Drittel unserer Nahrungsmittel würde es ohne die Bestäubung von Bienen nicht geben. Entsprechend besorgniserregend ist es, dass die Zahl der Bienenvölker weltweit sinkt. Gründe für das Bienensterben sind Parasiten, der Klimawandel, aber auch eine industrielle Landwirtschaft, die große Mengen von Pflanzengiften einsetzt.

Auf Druck von Umweltschützern und Imkern hat die EU-Kommission im Jahr 2013 vier besonders bienengefährdende Pestizide verboten. Weil dieses Verbot lückenhaft und zeitlich begrenzt ist, schützt es die Bienen und andere Bestäuber nicht langfristig. In der EU etwa ist zwar die Anwendung von Fipronil grundsätzlich verboten, aber es gibt in einzelnen Ländern Ausnahmen. So wird beispielsweise Zwiebelsaatgut im Ausland mit dem Pestizid behandelt und dann in Deutschland ausgesät. „Dieses Verbot schützt Bienen so wenige vor Pestiziden, wie ein Nudelsieb vor Sonnenbrand. Wenn es Schmidt ernst ist mit dem Bienenschutz, dann muss er gefährliche Pestizide sofort verbieten“, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace.

Der Schutz der Bienen, aber auch ihre Lebensweise und ihr Kommunikationsverhalten sind Gegenstände der Broschüre „Bienen in der Grundschule“. Es umfasst Materialempfehlungen und weitergehende Ideen für die Beschäftigung mit Bienen – als Anregung, wie Lehrer/innen das Thema in der Grundschule aufgreifen können. Nicht nur im Unterricht, sondern auch im Schulleben.

Die Unterrichtsmaterialien sind kostenlos beziehbar unter:

www.greenpeace.de/themen/mitmachen/umweltbildung

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