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Umweltbewusst reisen

Unterwegs mit gutem Gewissen

Der Wandertag: Naturerlebnis vor der Schultür

mho

Den Wandertag gibt es schon seit über 100 Jahren an deutschen Schulen. Entsprechend antiquiert und „piefig“ wirkt er heute auf viele Schüler, sie vermissen „Fun“ und „Action“. Doch dafür ist die Freizeit da, nicht der Wandertag. Der wiederum bietet die Chance auf Naturerlebnis ohne allzu lange Anfahrt.

Gähn, das lief doch jedes Jahr gleich ab“, erinnert sich „Sally“ in einem Online-Schülerforum an ihre ersten Wandertage in der Grundschule. „Die Schüler brachten lauter tolle Vorschläge, aber dann wurde doch wieder nur gewandert.“ Und weil jeder genervt gewesen sei, hätte das der Klassengemeinschaft auch nichts gebracht, meint die Zwölfjährige. Auch ihr Vorredner „Logitech“ mosert: „Wir mussten gleich am Anfang eine total steile, lange Treppe hoch, und dann noch einen steilen Trampelpfad den Berg hoch. Da waren alle natürlich stinkig.“ Aussagen wie diese sind oft von Schülern zu hören, die über ihre Wandertage berichten. Sie zeigen zweierlei: Erstens ist Wandern aus der Mode gekommen. Und zweitens tun die Schulen offenbar zu wenig, um es wieder attraktiv zu machen.

Schweiß statt Emissionen: Wandertag ist Wander-Tag

Seit über 100 Jahren haben deutsche Schulklassen einmal jährlich, meist im Frühjahr oder Sommer, einen Wandertag. Dahinter steckt die Idee, im Klassenverband für ein paar Stunden dem Stadtmief zu entfliehen, Natur zu erleben, Stille zu genießen – und die Klassengemeinschaft zu stärken. Allerdings verkommt der Wandertag immer mehr zu einem Spaßtag. Lehrkräfte, die das Genörgel ihrer Schüler Leid sind, wandern mit ihnen lieber gleich ins Freibad oder Kino statt durch Wiesen und Wälder.

Zugegeben: Der Wandertag in seiner klassischen Form hat es schwer, gegen die Verlockungen und Ablenkungen unserer Zeit zu bestehen. Viele Kinder verbringen ihre Freizeit hauptsächlich im Internet oder vorm TV statt in der Natur. Doch gerade das gibt dem Wandertag eine neue Berechtigung: Er bietet Ausgleich zur Reizflut unseres Alltags. Er schärft Sinne, die beim Online-Zocken und Pantoffelkino überflüssig sind. Auch körperlich verlangt mancher Wanderweg den Kindern vernachlässigte Kräfte ab – sowie die Fähigkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden. Aber wie kann man wanderfaulen Schülern den Wandertag wieder schmackhaft machen?

Highlights setzen

Einfach nur einen festgelegten Pfad abzulaufen und auf Ereignisse am Wegesrand zu hoffen, erscheint (nicht nur) vielen Schülern als sinnfrei. Besser ist es, ein Ziel in der näheren Umgebung zu wählen, das während der Vorbereitung einen breiten Konsens finden konnte, ein Freilicht-Museum oder -Theater vielleicht, eine Gedenkstätte, eine historische Bauruine, eine wissenschaftliche oder politische Einrichtung. „Unser Ziel war zum Beispiel mal der Landtag“, schreibt Wandertag-Befürworter „Jacky“ im oben zitierten Schülerforum. Nach einer Führung, berichtet er, konnten die Schüler dort eine Debatte im Plenarsaal mitverfolgen.

Idealerweise ergänzt der Besuch eines außerschulischen Lernortes thematisch eine aktuelle Unterrichtseinheit. Hier wird Theorie (be-)greifbar, der Lerngegenstand leibhaftig, Wissen in Erleben umgesetzt. Dadurch erhält der Schulunterricht im Umkehrschluss eine stärkere Legitimation.

Als geselliger Höhepunkt eines Wandertages hat sich beispielsweise ein Lagerfeuer mit Würstchen, Spiel und Plauderei bewährt. Für die Schüler ist es dabei auch spannend, ihren Lehrer mehr von dessen privaten Seite zu erleben. Doch Vorsicht: Allzu kumpelhaftes Verhalten irritiert die Schüler und schmälert die Autorität.

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