bildung+ Startseite Mediadaten Impressum Links Newsletter

Journal der Leipziger Buchmesse Referendare reisen Lernen science bildungSPEZIAL medien

Digitale Zukunft

Ein Roboter mit Einfühlungsvermögen?

„Nao“ soll den Unterricht interessanter machen

dbey

Er ist eher klein als groß, kann sich selbstständig bewegen sowie orientieren, versteht viele Sprachen und ist weltweit in Schulen bereits mehr als 7000 Mal im Einsatz: Nao, ein kleiner humanoider Roboter, soll nach den Vorstellungen seiner Entwickler neue Formen des Lernens ermöglichen und nicht nur MINT-Lehrkräfte bei der Unterrichtsgestaltung unterstützen.

Nao ist zwar nur 30 Zentimeter klein – soll aber ein ganz Großer sein, in dem, was er zu leisten vermag: Der niedlich wirkende Roboter steht von allein auf, kann sich selbstständig bewegen und auch orientieren, versteht 19 Sprachen und besitzt nach Angaben seiner Entwickler die Fähigkeit, mittels verschiedenfarbig leuchtender Augen, seiner Stimme und Kopfhaltung, Empfindungen zu zeigen. Zudem soll er äußerst geduldig sein und sich Kindern gegenüber sehr aufgeschlossen verhalten.

Der kleine programmierbare Roboter Nao ist das Ergebnis des von der Europäischen Union geförderten Projektes „Emote“, an dem sich über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren Robotik-Experten, Psychologen und Computerwissenschaftler aus verschiedenen Ländern beteiligten haben. Eine wichtige Aufgabe übernahmen hierbei die Wissenschaftler der Jacobs University in Bremen: Sie sollten Nao mit emotionaler Intelligenz ausstatten und ihm beibringen, Gefühle zu erkennen und Empathie zu zeigen. Er sollte einschätzen können, ob sich ein Kind langweilt oder gestresst fühlt und über ein Repertoire an Reaktionsmöglichkeiten verfügen, mit denen er Schüler zum Weiterlernen animiert. Selbst die Bewegungen der Augenbrauen sollte er interpretieren können – um dann mit Worten und Gesten entsprechend zu reagieren. Mittlerweile sei Nao erfolgreich in den Ländern Portugal, Schweden und Großbritannien getestet worden, Tests in Deutschland stünden allerdings noch aus, heißt es in einer Mitteilung der Jacobs University.

Roboter wie Nao können Lehrkräfte nicht ersetzen

Während der Erprobungsphase in den einzelnen Ländern wären Kinder im Rahmen eines Geografiespiels auf Schatzsuche gegangen oder hätten mit Nao zusammen den Umgang mit knappen Ressourcen geübt. Hier hätte sich gezeigt, dass Nao die Kinder zum Lernen motiviert und diese engagiert mitmachten, berichtet Professor Dr. Arvid Kappas, Psychologe und Dekan an der Jacobs University. „Unser System ist ein Prototyp und es ist richtungsweisend“, stellt Kappas fest. Die Tests hätten gezeigt, dass Roboter wie Nao Pädagogen im Unterricht helfen können, u.a. weil Kinder besser auf die Kritik von Robotern reagierten als auf die ihrer menschlichen Lehrer und bei Lernschwächen gute Dienste leisteten. Deutlich wurde aber auch, so Kappas, dass Roboter wie Nao Lehrkräfte nicht ersetzen könnten. So seien sie zwar zur Interaktion mit einzelnen Schülern oder kleinen Gruppen fähig, nicht aber mit ganzen Klassen.

Allein in Deutschland werden bereits 1000 Exemplare des programmierbaren Roboters in Schulen eingesetzt – etwa vom Gymnasiallehrer Matthias Makowsky, der zusammen mit einer Schüler-AG das Lehrbuch „Unterrichten mit Nao“ geschrieben hat.

Mit Lehr-Lern-Robotern wie Nao lassen sich Steuer- und Regeltechnik sowie das Programmieren etwa im Informatikunterricht trainieren. Aber auch Vokabeltests oder andere Lernspiele sind möglich. Dann fragt er z. B. bestimmte Begriffe einer Fremdsprache ab und reagiert auf das Ergebnis: Bei falschen Antworten stellt er die Frage noch einmal, bei richtigen Antworten zeigt er Freude. Die Gefahr, dass Nao & Co. eines Tages Lehrer ersetzen, besteht nicht, wohl aber die Chance, dass er – und andere Lehr-Lern-Roboter – den Unterricht nicht nur in den MINT-Fächern deutlich interessanter machen. Ganz billig ist der Roboter, der pro Exemplar rund 7000 Euro kostet, allerdings nicht ...

Digitale Zukunft

Eine Lernplattform, die alle verbindet

In der Studie „Schule digital – Der Länderindikator“* beurteilten Bremer Lehrkräfte die IT-Ausstattung ihrer Schulen und die pädago … mehr

Digitale Zukunft

Spielerisch Programmieren

Ein unscheinbar aussehender und nur handtellergroßer Computer könnte entscheidend dazu beitragen, kommende Schülergenerationen auf … mehr

Digitale Zukunft

Schulen müssen sich auf ihre Stärken besinnen

Ein im Lehrplan fest verankerter und flächendeckender Einsatz digitaler Medien im Unterricht ist derzeit noch Zukunftsmusik, aber z … mehr

Digitale Zukunft

Lehreralltag in der Zukunft

An guten Ideen und provokanten Vorschlägen fehlt es nicht: „Lernräume, wie wir sie heute kennen, werden in Zukunft obsolet sein“, s … mehr