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Mathe lernen

Fredis Geistesblitz

Mit „Mathe im Advent“ die Begeisterung fürs Rechnen bewahren

Die anfängliche Euphorie vieler Kinder für Mathematik ist schnell verflogen. Bereits ab der 2. Klasse sinkt bei vielen Schülern die Motivation fürs Rechnen. Der digitale Adventskalender „Mathe im Advent“ verspricht mit illustrierten Wichtelgeschichten einen spielerischen Zugang zum Fach und wirkt damit dem Motivationsverlust entgegen

Einer dieser Wichtel ist Fredi, der seit einigen Jahren in der Wichtelverwaltung arbeitet. Als sein Blick auf einen Kalender des Jahres 2015 fällt und er das Datum „3.12.“ einkreist, kommt ihm ein Geistesblitz: Wenn er Tag und Monat addiert, kommt das richtige Jahr heraus. Die gleiche Entdeckung macht er bei der Subtraktion des „27.12.“. Fasziniert forscht Fredi weiter. Wie viele solcher Tage gibt es wohl im ganzen Jahr? Welche lassen sich multiplizieren oder dividieren und ergeben das Kalenderjahr? Das ist eine von 24 bebilderten Mathe-Wichtel-Geschichten. Der digitale Adventskalender im Internet eignet sich für Schüler der Klassenstufen 2 bis 10. Jedes Jahr vermittelt er vom 1. bis zum 24. Dezember mit weihnachtlich gestalteten Matheaufgaben einen spielerischen Zugang zur Mathematik. Die Schüler können einzeln und im Klassenverband täglich ein virtuelles Kalendertürchen öffnen und eine Aufgabe lösen.

Dabei handelt es sich bei den Aufgaben um mehr als bloße mathematische Rätsel. Sie sind häufig anwendungsorientiert oder haben einen kulturellen oder geschichtlichen Kontext. Die ausführlichen Schülerlösungen sind auch für Grundschüler verständlich und bieten häufig eine Rubrik „Blick über den Tellerrand“ oder die Kategorie „Zum Weiterdenken“. Für Grundschullehrer halten die Aufgaben auch als Ideenquelle für spannende Mathe-Aufgaben außerhalb des üblichen Repertoires her, denn Mathematik ist schließlich nicht nur Rechnen und Geometrie.

Einen zusätzlichen Motivationsschub verschafft die Preisverleihung in Berlin, auf der alljährlich im Januar die besten Teilnehmer, Klassen und Schulen geehrt werden. Im vergangenen Jahr nahmen 117.000 Mitspieler am Online-Adventskalender teil. Die Sieger freuten sich über Preise wie zum Beispiel eine Nintendo Wii oder die Digitalkamera Ixus 175 von Canon.

Hunderttausende rätseln bereits mit

Zwei der Siegerklassen: links die Klasse 3a der Paul-Klee-Schule in Köln (Beste Grundschule, 1. Platz) und rechts die Schüler der Glocksee-Schule in Hannover (Beste Gesamtschule, 1. Platz)

Seit der Gründung des digitalen Adventskalenders im „Jahr der Mathematik“ 2008 erfreut sich „Mathe im Advent“ an Schulen einer steigenden Beliebtheit. Jährlich beteiligen sich über 100.000 Schüler aus 10.000 Schulen zusammen mit ihren Lehrern an den mathematischen Weihnachtsknobeleien. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Mädchen. Oft rätselt die ganze Familie oder die gesamte Klasse gemeinsam. Die Webseite zählte bis Ende 2016 400.000 Nutzer und 20 Millionen Aufrufe.

„Mathe im Advent“ ist ein Schulprojekt der Mathe im Leben gGmbH in Kooperation mit der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), dem Forschungszentrum Matheon, der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Universität Bielefeld. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Kindern Spaß am ‚Mathemachen’ und Selbstvertrauen beim Problemlösen zu vermitteln“, sagt DMV-Pressesprecher Thomas Vogt. „Kurz: Das ‚Angstfach Mathematik’ verliert seine Bedrohung.“ Nach dem Motto „Ich kann Mathe!“ soll das Selbstbewusstsein für Mathematik aufgebaut und kreatives Denken angeregt werden. Letztendlich fördert der Online-Mathe-Kalender auch die Medienkompetenz der Kinder.

Ständige Evaluierung

Mathe im Leben wurde 2016 gegründet. Die junge Gesellschaft fördert Bildung, Wissenschaft und das Ansehen der MINT-Fächer – insbesondere der Mathematik. Sie will in den nächsten Jahren die Teilnehmerzahlen in den Grund- und Mittelstufen aller Schulformen verdoppeln. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen der Kontakt zu Schulen sowie die sorgfältige Ausarbeitung der Aufgaben. Während der Wettbewerbsphase sorgt eine umfassende Betreuung der teilnehmenden Schüler, Eltern und Lehrer für einen reibungslosen Ablauf.

Inhaltlich wird das Projekt ständig evaluiert und weiterentwickelt, zumal die organisatorische und technische Infrastruktur den steigenden Teilnehmerzahlen angepasst werden muss. Nicht zuletzt wird durch die Unterstützung von engagierten Partnern die feierliche Verleihung der Einzel-, Klassen- und Schulpreise ermöglicht. Natürlich kann es nie genug Förderer geben, weshalb Mathe im Leben stets auf der Suche nach Unterstützung ist. Es kann sich jeder einbringen, dem die Mathematik und ihre Vermittlung am Herzen liegen.

Weitere Informationen:

www.mathe-im-advent.de

www.mathematik.de

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