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Lesen und Schreiben fördern

Lust am Lesen wecken

Eine Initiative nutzt den Peer-Group-Effekt, um dem „Leseknick“ entgegenzuwirken

Lesen ist der Schlüssel zum Wissenserwerb. Die Lesescouts wollen bei Mitschülern das Interesse fürs Lesen wecken

Schüler haben unter ihresgleichen oft mehr Motivation, Lernstoff anzunehmen, als wenn Lehrer oder Eltern ihn anbieten. Die Lesescout- Initiative ist ein Beispiel dafür, wie Schüler andere Schüler fürs Lesen begeistern können. Immer mehr Bundesländer beteiligen sich an dem Projekt

Lesen regt die Fantasie an, es vermittelt Wissen und vergrößert den Wortschatz. Das Vorlesen führt nicht nur an das selbständige Lesen heran, es fördert auch die Fähigkeiten für einen besseren Erwerb der Schriftsprache. Die Lesekompetenz ist somit der Schlüssel zum Wissenserwerb. Der bleibt Kindern, die wenig Kontakt mit Büchern haben, jedoch verwehrt. Die Lust am Lesen muss geweckt werden.

Das ist das Ziel der Lesescout-Initiative. Mit Vorleseaktionen, Bücherpartys, einem literarischen Menü oder selbstgestalteten Hörbüchern wecken die Lesescouts bei ihren Mitschülern Interesse und Freude am Lesen. Die Initiative wurde 2002 im Rahmen der Kampagne „Leselust in Rheinland-Pfalz“ vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sowie der Stiftung Lesen ins Leben gerufen. Das Projekt nutzt den Peer-Group-Effekt, der Fast-Gleichaltrigen viel Überzeugungskraft bei der Kommunikation unter Kindern und Jugendlichen verleiht.

Mittlerweile haben auch Sachsen, Hessen und Niedersachsen sowie die Manfred-Lautenschläger-Stiftung unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg in Kooperation mit der Stiftung Lesen eigene Lesescout-Programme auf den Weg gebracht.

Hilfe für Geflüchtete

Das Know-how erhalten die Lesescouts in Basis-Workshops, die von Referenten der Stiftung Lesen durchgeführt werden. Die Lesescouts teilen nicht nur ihre Begeisterung für das Lesen mit Gleichaltrigen, sondern engagieren sich auch für geflüchtete Kinder. Dazu veranstaltet die Stiftung Lesen in diesem Jahr den Workshop „Hand in Hand – gemeinsam gestalten“. Hier erfahren die Lesescouts, welche Aktionen sie gemeinsam mit ihren geflüchteten Mitschülern starten können, um so zu ihrer Integration beizutragen.

In anderen Workshops bekommen die Lesescouts beispielsweise Tipps rund um das Vorlesen oder den Einsatz digitaler Medien für die Leseförderung an die Hand. Denn insbesondere für Kinder, die weniger gerne lesen und für die das Lesen nicht zum Alltag gehört, bergen digitale Medien ein großes Leseförderpotenzial.

Großes Engagement

Stefanie Hubig, Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz ist vom Engagement ihrer Schulen beeindruckt. „Über 2.000 Schülerinnen und Schüler sind bereits zu Lesescouts ausgebildet worden“, sagt die Ministerin. Zudem sind rund 300 Lehrkräfte im Rahmen des Projekts an ihren Schulen aktiv und werben für das Lesen. „Junge Menschen können ihre eigene Begeisterung für das Lesen besonders überzeugend und authentisch an Gleichaltrige weitergeben“, nennt Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, einen großen Pluspunkt der Initiative. „Unser Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen Interesse und Freude am Lesen zu wecken, so ihre Lesekompetenz zu fördern und dem pubertären ‚Leseknick’ entgegenzuwirken.“ Bleibt zu hoffen, dass sich auch die übrigen Bundesländer der Lesescout-Initiative anschließen.