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Unterrichten

Schluss mit Chaos

Mit Classroom Management erfolgreicher unterrichten

Schwätzen, Dazwischenrufen, Quatsch machen: Ständige Unruhe im Klassenzimmer kann das Leben des Lehrers schwer machen. Classroom Management sorgt für eine angenehme Lernatmosphäre

Die Anfänge liegen in den 1920er- bis 1940er-Jahren. Damals bezog sich Classroom Management allerdings lediglich auf das Regulieren und Einhalten der Disziplin. Heute wird unter dem Begriff weit mehr zusammengefasst Der einst enge Bestrafungs- und Disziplinierungsmodus hat sich gewandelt. Klassenführung heißt nicht mehr nur, dass der Lehrer führt, sondern auch, den Schülern Raum zu geben. Dabei schlüpft der Lehrer in eine neue Rolle: in die des Begleiters, Beraters, Moderators und Coaches.

Da ein Lehrer sowohl unterrichten und erziehen als auch beraten und diagnostizieren muss, stellt das Classroom Management eine sogenannte Querschnitts-Kompetenz dar, denn es liegt quer zu diesen Aufgaben und gehört sowohl zum Unterrichten als auch zum Erziehen und Beraten. Der Lehrer als Person hat den größten Einfluss auf das Lernen. Er ist die Schlüsselvariable guten Unterrichts.

Drei Ebenen

Beim Classroom Management gilt es, mehrere Aspekte zu beachten. Zunächst setzt der Lehrer klare Regeln, zum Beispiel: Wir kommen alle pünktlich zum Unterricht. Auch was passiert, wenn diese Regel nicht eingehalten wird, muss von vornherein klar kommuniziert werden. Das gilt ebenso für den Umgang mit Störungen. Darüber hi­naus heißt Klassenführung aber auch „time on task“. Der Lehrer muss die ihm zur Verfügung stehende Zeit gut vorbereitet nutzen, denn sie ist relativ begrenzt. Dazu ist es wichtig, dass der Lehrer präsent und nicht anderweitig abgelenkt ist. Nur so kann der Unterricht reibungslos ablaufen.

Wichtig ist zudem, dass die intellektuelle Herausforderung stimmt, das heißt, die Kinder dürfen sich nicht langweilen – sei es wegen Unter- oder Überforderung. Ein Lehrer sollte sich im Unterricht daher auf drei Ebenen bewegen. Die erste Ebene ist der Stoff. Den muss er beherrschen und im Kopf haben. Die zweite Ebene: die Klasse als Ganzes zu sehen. Der Lehrer hat nicht nur den einzelnen Schüler im Blick, sondern die ganze Klasse. Er sollte bemerken, wenn zum Beispiel an einem Tisch Unruhe aufkommt und sich überlegen, ob er einschreiten soll oder darüber hinwegsehen kann. Alles im Blick zu haben, heißt nicht zwangsläufig, auch auf alles reagieren zu müssen. Die dritte Ebene besteht aus den „Spezialisten“ unter den Schülern, die sich in jeder Klasse finden. Auf die muss der Lehrer ein besonderes Augenmerk legen.

Lehrerpersönlichkeit

Neben Struktur und klaren Zielen spielt natürlich auch das Engagement der Lehrer eine große Rolle. Werden Schüler richtig begleitet und im Unterricht begeistert, entfalten sie ihre Fähigkeiten von ganz allein. Wie sich ein Classroom Management letzten Endes in der Praxis darstellt, hängt natürlich auch von der Persönlichkeit des Lehrers ab. Extrovertierte Lehrertypen können eine ganze Klasse beschäftigen und unterhalten, ohne dass Langeweile aufkommt. Der introvertierte Typ nimmt sich eher zurück und lässt die Kinder mehr miteinander arbeiten. Auch das kann für die gewünschte Ruhe und Lern­atmosphäre sorgen.

Schließlich lässt sich Classroom Management über das System Lehrer und Klasse hinausdenken und auf die gawnze Schule beziehen, denn das jeweilige Schulklima geht auch von der Schulleitung aus. Klar formulierte Regeln und Sanktionen, die das Miteinander außerhalb der Klassenräume bestimmen, können das Schulklima nachhaltig verbessern.

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