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Lernräume

Dreidimensional lernen

Bouldern bringt Körpergefühl und Selbstvertrauen

Maik Dopheide/hui

Bouldern fördert die Motorik und vorausschauendes Denken – und weckt den Ehrgeiz, es bis ganz nach oben zu schaffen

Boulderwände gibt es überall in Deutschland, auch in immer mehr Turnhallen und Freigeländen von Schulen. Sie bieten ein risikoarmes und doch intensives Bewegungserlebnis, das mehr als normales Geräteturnen die eigene Lösungskompetenz trainiert. Und: Die Wände kann man auch im Team bezwingen. So lernen Schüler, auf sich selbst und andere zu vertrauen. Ein Plädoyer für Bouldern in der Schule

Wer bouldert, klettert seilfrei und in Absprunghöhe, entweder an kleineren Felsblöcken oder an einer Kunstwand in der Kletterhalle. Dabei kann man frei oder nach einem leicht verständlichen Regelwerk klettern. Spezielle Vorkenntnisse oder ein besonderes Training sind nicht erforderlich. Man kann gleich loslegen und sich langsam an die Sache rantasten. Besonders Jugendliche können sich fürs Bouldern begeistern, finden es cool und klettern häufig in Gruppen, wobei sie sich gegenseitig unterstützen, sich austauschen und Tipps geben.

Faszination Kletterwand

Beim Bouldern kommt es in erster Linie auf die Klettertechnik, auf Bewegungskreativität und das Spiel mit dem Körperschwerpunkt an, weniger auf Kraft. Wer bouldert, trainiert das Gleichgewichts- und Bewegungsgefühl, stärkt aber auch die Körpermuskulatur insgesamt. Vor allem für die tendenziell eher schwache Rückenmuskulatur liefert das Bouldern gute Trainingseffekte. Inzwischen wird Bouldern sogar als Therapievariante angeboten, wie etwa im Escaladrome in Hannover.

Wahrscheinlich sind es die unterschiedlichen Facetten des Boulderns, die den Kletterer faszinieren und die diesen Sport so reizvoll machen. Klettern stellt an den Sportler ganz unterschiedliche Anforderungen – körperlich und psychisch. An die eigenen Grenzen zu gehen und diese auszuloten und immer wieder zu überwinden, das ist es, was viele Kletterer als Herausforderungen betrachten. Mich begeistert auch das Naturerlebnis beim Klettern am Fels und die Ruhe in der Natur.

Lernen durch Probieren

Und dabei ist das „Gehen“ in senkrechten oder sogar überhängenden Wänden gar nicht unnatürlich. Im Gegenteil, Menschen mussten schon immer kletternd Hürden überwinden, um beispielsweise an Nahrung zu gelangen, bzw. neue Lebensräume zu erschließen. Und gerade Kinder fangen früh und instinktiv an, diese Bewegungsart zu trainieren. Sie klettern auf alles, was sich ihnen als Hürde gerade so in den Weg stellt: Stühle, Schränke und in der Natur natürlich auch Felsen oder Bäume. Kinder, das habe ich auch bei meinem Sohn Luke beobachten können, führen intuitiv die typischen Kletterbewegungen aus, ohne vorab an einem Training teilgenommen zu haben. Sie trainieren ihre koordinativen, motorischen, und psychischen Fähigkeiten, überwinden Ängste und wagen sich im Gegenteil zu Erwachsenen spielerisch an ihre eigenen Grenzen heran.

Nicht selten scheitert auch der erfahrene Kletterer anfangs immer wieder an ein und demselben Kletterproblem. Durch das ständige Wiederholen tastet er sich langsam an die Lösung heran und speichert dabei Bewegungsabläufe ab, die er immer wieder ausführt und verfeinert, bis die Problemstelle überwunden ist. Viele Kletterer suchen sich bewusst viel zu schwierige Boulder, um an der Herausforderung zu wachsen und sie irgendwann nach etlichen Versuchen in einem Stück zu durchklettern. Das sind Erfolgserlebnisse, die nicht nur Kinder stärker machen.

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