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Lernräume

Ungleiche Perspektiven

Fachräume: ein Ziel, viele Wege

Der Auftrag an die deutschen Schulen ist klar: Nach dem PISA-Schock sollen sie den MINT-Unterricht auf internationales Niveau bringen. Dafür notwendig ist auch die Sanierung oder Neukonzeption unzureichender Fachräume. Doch aufgrund der Länderhoheit im Schulwesen sind dabei die Handlungsspielräume der einzelnen Schulen nicht einheitlich – und somit auch nicht die Bildungschancen der Schüler

Die Suche nach der einzig möglichen Lösung für Fachräume erweist sich für den MINT-Unterricht als unmöglich. Notwendig ist es dagegen, dass alle an Planungen Beteiligten von einer gründlichen Bestandsaufnahme und Analyse der zu erwartenden und sich abzeichnenden Entwicklungen in diesem Lernbereich ausgehen. Dabei ist ein solches Vorgehen nicht nur bei einer Neuanlage notwendig, sondern auch bei Sanierungen und Renovierung mit Ergänzungsausstattung. Ja, selbst bei der weiteren Nutzung der vorhandenen Räumlichkeiten und Ausstattungen sind die derzeitigen unumkehrbaren didaktischen Entwicklungen zu berücksichtigen. Es bleibt allen Lehrenden aller Schulformen und -stufen nicht erspart, sich mit der Zukunft des Lernens und der Gestaltung der entsprechenden Lernräume kompetent und konstruktiv- engagiert auseinander zu setzen.

Der eine so, der andere so

Lehrer sind bei der Gestaltung von Fachraumkonzepten gewissermaßen an die amtlichen Vorgaben des Landes gebunden, in dem sie tätig sind. Auch die Schulträger, die die Raumkonzepte realisieren sowie Einrichtung und Ausstattung finanzieren müssen, sind gehalten, sich an den jeweils gültigen Vorgaben der Länder zu orientieren – und auch den Vorschriften der Gemeinde-Unfallversicherungen und anderer einschlägiger Vorschriften, wie etwa Sicherheitsauflagen und Gefahrstoffverordnung. So betrachtet können der Gestaltung von Lernräumen als Fachräume mancherorts eher weite, anderenorts sehr enge Grenzen gesetzt sein. Die pauschale Aussage, ein Fachraum habe so und so auszusehen, kann es also nicht geben. Zu verschieden sind die Voraussetzungen der Schulen und Lehrkräfte hinsichtlich der individuellen didaktischen Überzeugungen und der regionalen Möglichkeiten.

Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten bleiben also stets Probleme offen, die sich durch den bildungspolitischen Föderalismus in Deutschland ergeben: Es ist beispielsweise Ländersache, welche Fächer in welcher Schulform als Pflichtunterricht oder als Wahlpflichtkurs im Lehrplan stehen. Damit erscheint ein einheitliches, gemeinsames realistisches Fachraumkonzept kaum praktikabel. Dieser Sachverhalt ist ebenso auch ein zentrales Hindernis bei der Verständigung auf bundesweite Standards und Kompetenzmodelle für die arbeitsorientierte Bildung, wie sie in den so genannten Kernfächern von der KMK verabschiedet und in den Bundesländern bereits erprobt werden.

Veränderung des Lernens

Wie ein Fachraum strukturiert sein muss, richtet sich auch danach, wie die Schule zu neuen Lernformen steht. Individuelles Lernen in Lern-Gruppen zum Beispiel erfordert andere Einrichtungen und Ausstattungen als lehrgangsorientiertes Lehren im Klassenverbund. Schon allein für die zentrale Konsequenz des individuellen Lernens, die gehäufte Präsentation von Lernergebnissen von Einzelnen und Kleingruppen, sind entsprechende Raumgestaltung und medientechnische Ausstattungen erforderlich. Das gilt dann, wenn Ernst gemacht wird, nicht nur für einige ausgewählte, sondern für nahezu alle Lern-Räume. Auch bei der Zertifizierung der erworbenen Kompetenzen, Kenntnisse und Handlungsmöglichkeiten spiegelt sich die zunehmende Veränderung des Lernens durch Selbsttätigkeit und -verantwortung wider: Portfolios und andere Methoden der Zertifizierung ersetzen die einseitige Beurteilung seitens der Lehrenden durch partizipative Formen.

Standards und Kompetenzen

An der Einführung von Standards und Kompetenzen im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht wird in naher Zukunft kein pädagogischer Weg mehr vorbeiführen. Damit verbunden ist die Umsteuerung des Schulsystems von der Inputorientierung durch viele detaillierte Vorgaben (Inhalte, Lernziele, Methoden) zur Outputorientierung, bei der die Ergebnisse des Lernens in zentralen Bereichen geprüft werden. Zwei Seiten der durch die Umsteuerung von der Input- zur Output- Steuerung hervorgerufenen Veränderungen sind zu beachten. Durch die Outputorientierung des Lernens erhalten die Schulen mehr Gestaltungsräume für die Auswahl der Inhalte des Lernens und der Aneignungsmethoden.

Für die Gestaltung von Lernräumen bedeutet dies ebenfalls mehr Freiheiten, jedoch auch eine Bindung an bestimmte, in den Standards als verbindliche Kompetenzen vorgegebene und prüfbare Inhalte des Lernens. Diese sollten sich jedoch auf eine begrenzte Zahl bestimmter, genau definierter Grundlagen, also auf Basiskompetenzen beziehen, die auch dann noch im Unterricht auf verschiedenen Wegen erreicht werden können.

mho

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