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Praxistipps

Alles kein Beinbruch?

Unfalldokumentation als Präventionsmaßnahme

DGUV

Nur eine Schramme – und möglicherweise doch ein Hinweis auf eine Gefahrenquelle inner- oder außerhalb des Schulgebäudes. Um das herauszufinden, sollte jeder Unfall dokumentiert werden

Die Schule hat nicht nur einen Bildungsauftrag, sondern trägt auch die Verantwortung, die Gesundheit ihrer Schüler zu schützen. Ein Mittel dafür ist die Dokumentation jedes Unfalls – zu dem Zweck, Präventionsmaßnahmen daraus abzuleiten und die Ursachen abzustellen

Ein Schulkind stürzt auf dem Weg zum Pausenhof. Ein Kratzer. Ein Pflaster. Fertig? Nein. Jeder Unfall kann Hinweise auf verborgene Gefahren im Schulalltag geben.

Daher ist es im Interesse der Schule und ihrer Schützlinge, nicht nur Unfälle zu dokumentieren, die einen Arztbesuch erfordern. Auch Bagatellunfälle, die im täglichen Schulbetrieb aufkommen, sollten aufgezeichnet werden, empfiehlt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

Jede Verletzung ernst nehmen und die Ursachen erforschen

„Winzige Kratzer können Anzeichen für defekte Gegenstände im Schulgebäude, die Missachtung von Sicherheitsbestimmungen oder für Raufereien sein“, sagt Katja Seßlen, stellvertretende Abteilungsleiterin Bildungswesen der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB). „Auch Vorfälle, die bislang noch selten auftraten, aber in Zukunft vermeidbar wären, können daran abgelesen werden, sofern man ihre Ursache dokumentiert hat und dadurch kennt.“

Die Dokumentation der Bagatellverletzungen gibt neben den Namen der Zeugen und Ersthelfer unter anderem den Unfallzeitpunkt an. Sprich: Der Zusammenhang zwischen Unfall, Versichertem und versicherter Tätigkeit kann auch nachgewiesen werden, wenn sich eine kleine Verletzung zum Beispiel durch Infektion verschlimmert und dadurch erst später ein Arztbesuch notwendig wird. Somit kann auch rückwirkend eine Unfallanzeige erstellt und der Fall als „Schulunfall“ anerkannt werden. Letztlich lässt sich auch der Verbrauch an Verbandmaterialien über diese Aufzeichnungen feststellen. „Ein eventueller Schwund erfordert eine rechtzeitige Neubeschaffung. Denn Erste Hilfe darf niemals an fehlendem Material scheitern“, sagt Seßlen.

Formalien einhalten

Schulleitungen sind verpflichtet, das Unfallgeschehen an der Schule zu dokumentieren, um daraus für die Zukunft geeignete Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Nach jedem Unfall, bei dem ein Arztbesuch nötig ist und Kosten für Transport, Arzt, Untersuchung und Behandlung entstehen, muss der Unfallversicherungsträger innerhalb von drei Tagen eine Unfallmeldung erhalten. Das Formular der Unfallanzeige ist bei den meisten Unfallversicherungsträgern online als Download erhältlich, meist kann die ausgefüllte Unfallanzeige auf digitalem Weg zurückgeschickt werden.

Ausführliche Tipps und eine Checkliste, wie Unfallanzeigen und Bagatellunfälle durch die Schulleitung am besten dokumentiert werden, enthält die erste Ausgabe der Präventionszeitschrift „pluspunkt“ der DGUV. Sie erscheint in neuer, frischer Optik. Inhaltlicher Schwerpunkt ist das Thema „Bewegung und Lernen“. Die DGUV pluspunkt gibt es kostenlos zum Lesen und Downloaden.

Weitere Informationen zur Dokumentation von Bagatellunfällen bietet die DGUV Information 204-021, abrufbar unter:
publikationen.dguv.de
(Suchbegriff 204-021)

Onlineportal „Sichere Schule“ erweitert mobiles Angebot

Eine die Gesundheit schützende Schule muss vor allem sicher sein. Und zwar überall: in den Klassenzimmern, der Pausenhalle, den Sportstätten und auch in der Aula. Darum hat das Portal „Sichere Schule“ der DGUV seinen mobilen Internetauftritt um eben jene Schulstätte erweitert. Neben der Sporthalle und dem Unterrichtsraum können Interessierte nun auch die Aula der virtuellen Schule von allen mobilen Endgeräten aus erkunden. Der digitale Rundgang bietet dabei eine umfassende Darstellung aller sicherheitsrelevanten Themen.

Im DGUV-Portal „Sichere Schule“ kann man sich auf einen virtuellen Rundgang durch die verschiedenen Bereiche eines Schulmodells begeben (hier die Sporthalle). Zu jeder Raumgattung und ihrer Einrichtung bietet die DGUV Informationen über spezifische Sicherheits-, Gesundheitsschutz- und Bauvorschriften

Wie werden Scheinwerfer sicher montiert? Wie muss die Bestuhlung angeordnet sein? Wer trägt insgesamt die Verantwortung für die Sicherheit? Ob beim Bau, bei der Ausstattung oder im Betrieb – die virtuelle und mobile Aula enthält zahlreiche Tipps und Organisationshilfen und stellt Betriebs- und Nutzungsordnungen bereit. Darüber hinaus gibt es Hinweise zur Qualifizierung aufsichtführender Personen. Schulleitungen, Lehrkräfte, Bauplanende oder weitere Aufsichtspersonen erhalten zusätzlich umfassende Informationen zu den rechtlichen Grundlagen.

„Taucht zum Beispiel eine Sicherheitsfrage auf, sei es bei der Installation oder bei einer Theaterprobe, kann diese direkt vor Ort geklärt werden. Das ist der große Vorteil der mobilen Variante“, erklärt Boris Fardel von der Unfallkasse NRW. „Das Informationsangebot kann somit bei Bedarf schnell und flexibel abgerufen werden – das spart Zeit und reduziert Gefährdungspotenziale.“ Über die kompakte Navigation sind alle Menüpunkte auf einen Blick zu erfassen. Wer mit Hilfe der virtuellen 360-Grad-Optik mit dem Smartphone oder dem Tablet durch die Aula schlendert, kann dabei weitere interessante Themen entdecken, zum Beispiel: Wie können Raucheffekte für eine Aufführung sicher erzeugt werden?Zusätzlich bietet die integrierte Druckfunktion die Möglichkeit, dargestellte Seiten direkt an einen Drucker zu senden und zu drucken. Schnell, benutzerfreundlich und modern, so präsentiert sich die neue mobile Version der Aula – Vorhang auf! DGUV

Weitere Informationen

www.dguv.de

www.sichere-schule.de

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