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Lehrer werden

Kaum was auf dem Schirm

Kinder werden in der Schule nur mangelhaft auf die Mediengesellschaft vorbereitet

Stiftervereinigung der Presse e.V.

Viele Schüler, aber auch Lehramtsanwärter brauchen Hilfe – sie wissen es nur nicht. Denn sie fühlen sich durch soziale Netzwerke hinreichend über das Weltgeschehen informiert, prüfen die Quellen aber nicht

Medienforscher warnen vor massiven inhaltlichen Defiziten in Lehrplänen und Schulbüchern: Unser Bildungssystem vernachlässige die Vermittlung von Medien- und Nachrichtenkompetenz – und das beginne schon in den Lehramtsstudiengängen

Lehrpläne greifen die Medienrealität der Schüler kaum auf, Schulbücher hinken dem Medienverhalten der Jugendlichen hinterher, künftige Lehrerinnen und Lehrer erwerben in ihrem Studium wenig Nachrichtenkompetenz und befassen sich wissenschaftlich weder mit Journalismus in digitalen Medien, noch mit den allgegenwärtigen sozialen Netzwerken. Zu diesen geradezu desaströsen Befunden kommt die Studie „Nachrichtenkompetenz durch die Schule“ der TU Dresden im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse.

Die Kommunikationswissenschaftler Lutz M. Hagen, Anja Obermüller und Rebecca Renatus untersuchten darin die Voraussetzungen für eine medien- und nachrichtenkompetente Schulbildung, bei der es darum geht, journalistische Inhalte zu verstehen, kritisch zu beurteilen und effektiv zu nutzen. Dazu analysierten die Forscher die Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK), die Lehrpläne aller Bundesländer, die einschlägigen Schulbücher sowie Studienordnungen für das Lehramtsstudium. Ergänzend befragten sie künftige Lehrer zu ihren medienpädagogischen Kompetenzen.

Information ohne Reflexion

Auslöser für dieses umfangreiche Forschungsprojekt waren wissenschaftliche Befunde, wonach eine zunehmende Anzahl von Schülern sich ausschließlich in sozialen Netzwerken über Politik informiert, ohne zu unterscheiden, ob die Informationen von einem professionellen Medienhaus stammen oder von einer PR-Agentur, ob es sich um einen Blog oder einen Social Bot handelt.

Vor diesem Hintergrund kommt der Nachrichtenkompetenz, also der Fähigkeit, journalistische Informationen versiert für die eigene Orientierung zu nutzen, erhöhte Bedeutung zu. Doch in der Schule wird sie wenig vermittelt. In den KMK-Vorgaben kommt Nachrichtenkompetenz fast nicht vor. Zwar nimmt die Mehrheit der Unterrichtsvorgaben der Lehrpläne Bezug zu Medien im Allgemeinen. Einen speziellen Fokus auf journalistische Angebote und Inhalte setzen allerdings nur 43 Prozent der Lehrpläne. In den 339 untersuchten Lehrbüchern gibt es, wenn überhaupt, nur kurze Ausführungen. Auch hier kommt die Nachrichtenvermittlung über soziale Netzwerke oder Blogs kaum vor.

In den untersuchten Lehramts-Studiengängen spielt Nachrichtenkompetenz fast keine und Medienkompetenz nur eine geringe Rolle. Die Befragung der Studierenden zeigt unter anderem: Etwa 40 Prozent glauben, dass ein Pressebericht über ein Bundesministerium vor der Veröffentlichung vom Ministerium genehmigt werden muss. Nur ein Drittel wusste, dass Journalisten in Deutschland keine Lizenz zur Ausübung ihres Berufs brauchen.

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