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Schule unterwegs

Klassenfahrtziel Nummer 1

Wir fahren nach Berlin ...

Eva Walitzek

Das Wahrzeichen Berlins – das Brandenburger Tor

… heißt es irgendwann in vielen Klassen. Die deutsche Hauptstadt steht in der Liste der beliebtesten Ziele bei Klassenfahrten ganz oben. Kein Wunder: Berlin ist hip – die Zahl der Bildungs-, Kultur- und Freizeit­angebote riesig. Ob Abschlussfahrt zum Abhängen oder Bildungsreise mit bestimmtem Schwerpunkt: In Berlin ist (fast) alles möglich. Zudem können Zuschüsse die Reisekasse entlasten.

Für eine Klassenfahrt nach Berlin gibt es viele gute Gründe: Die Bundeshauptstadt ist nicht nur das politische Zentrum. Sie spiegelt auch wie keine andere Stadt in Deutschland die Pluralität der Gesellschaft. Nirgendwo leben hierzulande Menschen so vieler Nationalitäten zusammen. Und nirgendwo kann man sich so gut mit der deutschen Geschichte der letzten Jahrhunderte auseinandersetzen.

Viele Schülerinnen und Schüler locken vor allem die vielfältigen Freizeit- und Shoppingmöglichkeiten. Auf ihrer Wunschliste stehen oft Programmpunkte wie Madame Tussauds oder Dungeon, Kino, Disco oder Filmpark Babelsberg weit oben.

Dass die Vorstellungen von Lehrkräften und Schülern mitunter weit auseinanderklaffen, weiß Jörg Zintgraf, Geschäftsführer von StattReisen Berlin, einem Veranstalter von Bildungsprogrammen. „Wichtig ist, dass von vornherein Klarheit über den Charakter der Reise besteht. Das erspart Konflikte bei der Programmgestaltung und enttäuschte Erwartungen.“

Weniger ist mehr

Zwei Türme: der neue Fernsehturm und der alte Turm der Marienkirche

Die Lehrkräfte sollten, so seine Erfahrung, die inhaltlichen „Leitplanken“ für die Reise vorgeben und den Schülerinnen und Schülern genügend Freiraum lassen, die Stadt auch auf eigene Faust zu erkunden. Je nach Ausrichtung der Klassenfahrt sind drei bis fünf inhaltlich anspruchsvolle Programmpunkte mit Stadterkundungen, Besuchen von Museen, Gedenkstätten oder des Bundestags bei einer Klassenfahrt von Montag bis Freitag genug. Für einen Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen, des Filmparks Babelsberg oder für einen Abstecher nach Potsdam muss inklusive Anfahrt ohnehin je ein ganzer Tag eingeplant werden.

Gerade in der Klassenfahrt-Hochsaison von April bis Juli und im September/Oktober sind Orte wie die Gedenkstätte Hohenschönhausen oft überbucht. Eine gute Alternative ist beispielsweise ein Besuch im Stasimuseum. „Nur Gedenkstätten oder nur Museen auf der Liste zu haben oder alles zum Thema deutsche Teilung und DDR abzuarbeiten, ist nicht zu empfehlen“, betont Jörg Zintgraf. „Es kommt auf eine gute Mischung an.“

Einblicke in die politische Arbeit

Das Zentrum der Macht – eine Mischung aus historischen Gebäuden und neuer Architektur

Klassen, die für die Fahrt einen Zuschuss des Bundesrats oder eines Bundestags­abgeordneten erhalten, müssen ohnehin bestimmte Programmpunkte einplanen.

So verlangt der Bundesrat die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung im Bundesrat bzw. an einer Plenarsitzung. Außerdem ist mindestens eine weitere staatspolitische Informationsveranstaltung Pflicht, zum Beispiel in einer Landesvertretung, beim Bundesnachrichtendienst, beim Bundestag oder ein Besuch in der Gedenkstätte Hohen­schönhausen.

Zahlen Bundestagsabgeordnete einen Reise­kostenzuschuss, müssen die Schülerinnen und Schüler an einem Vortrag über Arbeitsweise und Zusammensetzung des Deutschen Bundestags, an einer Diskussion mit der/dem einladenden Abgeordneten und/oder einer Führung durch die Parlamentsausstellung im Deutschen Dom teilnehmen. Bei Stadtführungen können diese Orte dann außen vor bleiben.

Nicht nur Mitte

Der Kurfürstendamm – die Einkaufs- und Flaniermeile Berlins

Reichstag, Brandenburger Tor, Kurfürstendamm und Museumsinsel gehören zu den meist besuchten Orten in Berlin. Doch auf diese Sehenswürdigkeiten sollte man sich nicht beschränken. Denn die Hauptstadt hat auch – oder gerade – abseits von Berlin Mitte viel zu bieten. „Es lohnt sich, in die Stadtteile zu gehen“, sagt Jörg Zintgraf. Für die Schülerinnen und Schüler sind Führungen durch Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln, Charlottenburg oder Wedding ein eindrucksvolles und lehrreiches Erlebnis.

Übrigens: Ein Gespür für die Stadt bekommt man am besten bei Touren zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

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