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Vernetzter Klimaschutz

DBU holt in länderübergreifendem Modellprojekt Schulen, Bildungs-, Verwaltungsexperten an einen Tisch

Die Ameisen machen es vor: Mit Vernetzung und Teamwork lassen sich Hürden am besten überwinden. Und wenn Jugendliche dabei mitbestimmen dürfen wie in dem DBU-Projekt, beugt das ihrer Politikverdrossenheit vor

Klimaschutzkonzepte in Städten und Gemeinden sind oft das Ergebnis enger Zusammenarbeit von Kommunen mit externen Experten. Speziell junge Menschen daran zu beteiligen, die wesentliche kommunale Zukunftsakteure sind, ist bisher selten. Das Energie- und Umweltzentrum im niedersächsischen Springe will nun bis zu 700 Schüler, Lehrer, Umweltbildungs- und Verwaltungsfachleute aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern für das Erstellen oder Fortschreiben kommunaler Klimakonzepte gewinnen

Bei dem Projekt sollen die Teilnehmer –über das oft „gesetzte“ Thema Energie hinaus – fitgemacht werden für aktive Beteiligungsprozesse zwischen Schulen und Kommunalverwaltungen etwa zu Fragen der Mobilität oder Raumplanung, des Hochwasser- und Naturschutzes. Das Projekt, an dem auch die die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (Frankfurt/M.) als Fach- und Dachverband der Deutschen Umweltbildungszentren beteiligt ist, wird fachlich und mit rund 203.000 Euro von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Schulische Klimaschutzinitiativen und Unterrichtsaktivitäten in den Sekundarstufen I und II allgemeinbildender Schulen sollen mit außerschulischen Bildungsaktionen an Umweltbildungszentren und Prozessen zur Formulierung kommunaler Klimaschutzkonzepte zusammengeführt werden. Ziel ist es, die Kommune als „Klimaschutz-Lernort“ zu begreifen und im Rahmen praktischer Aktivitäten zu nutzen. „Jugendliche sollen an der Erstellung kommunaler Klimaschutzkonzepte beteiligt werden sowie ein vertieftes Verständnis für kommunales Klimaschutz-Management, konkrete Handlungsoptionen und Beteiligungsformen entwickeln“, betonte Miersch. Dies soll u. a. über das Mitwirken bei der Datenerhebung, -analyse und -aufbereitung im Kontext kommunaler klimarelevanter Planungsprozesse gelingen. Und Minister Wenzel ergänzte: „Jugendliche lernen hier, ihre Welt zu gestalten und selbst Einfluss zu nehmen. Das ist das beste Mittel gegen

Politikverdrossenheit.“

In einem ersten Schritt soll in je 20 Kommunen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern analysiert werden, wie kommunaler Klimaschutz- und Bildungsangebote innerhalb und außerhalb der Schule miteinander verknüpft sind. Aus den Ergebnissen werden Erfolgsfaktoren abgeleitet, die in weiteren Kommunen intensiver in der Praxis getestet werden sollen. Themen werden u. a. sein: Mobilitätskonzepte und Einsparpotenziale für und an Schulen, Aktivitäten von Schülern an kommunalen Klimaschutzagenturen und der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit zum Klimaschutz sowie Ausschussarbeit (Umwelt-Datenerhebung/-analyse). Auch neue Formen der Jugend-Beteiligung wie z. B. ein Klimaschutz-Jugendparlament sollen getestet werden.

Daraus werden Bildungs- und Verwaltungsexperten in „Klimaschutzwerkstätten“ in den drei Bundesländern Beteiligungsmöglichkeiten Jugendlicher konkretisieren. Sie könnten sich u. a. mit dem Analysieren von Gebäudeflächen und Liegenschaften für Photovoltaik (Solarkataster) befassen, mit klimasensitiven Arten, natürlichen Flächen zum potenziellen Hochwasserschutz, Biomasseanbau für energetische Nutzung oder der Mobilitätssituation von Schülern (z. B. Fahrradwegeplanung). Ein Leitfaden mit konkreten Praxisempfehlungen soll unter anderem über die kommunalen Spitzenverbände, das Service- und Kompetenzzentrum kommunaler Klimaschutz beim Deutschen Institut für Urbanistik, das Klima-Bündnis und die Umweltverbände verbreitet werden.

Weitere Informationen:

www.dbu.de

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