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Lernräume

Forschen wie die Profis

Zwei außerschulische Lernorte exemplarisch im Porträt

Mal sind sie an Universitäten gekoppelt, mal gehen sie auf die Initiative von Forschungsinstituten zurück oder sind selbst eigenständige Unternehmen: Außerschulische Lernorte wie Schülerlabore und Science Center funktionieren nach verschiedensten Konzepten. Gemeinsam ist allen aber das Ziel, die Lust an Wissenschaft und Forschung zu wecken

Rund 300 Schülerlabore und andere außerschulische Lernorte zählt die deutsche Bildungslandschaft (Quelle: Lernort Labor). Im Schülerlabor erarbeiten Schülerinnen und Schüler Fragestellungen, die ihnen einen konkreten Einblick in unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen und deren Methoden geben. Im Experiment, durch selbstständiges Bearbeiten, eigenes Erleben und förmliches Be-Greifen erfahren und entdecken sie die Welt der Wissenschaft. Die Projekte dienen zum Teil der Bereicherung des schulischen Unterrichts, zum Teil bieten sie bewusst Einblicke in gänzlich neue Themenfelder, die aber immer einen Bezug zur Lebenswelt haben.

Das Alfred-Krupp-Schülerlabor in Bochum

Im Alfred-Krupp-Schülerlabor ist Naturwissenschaft nur ein Arbeitsfeld unter vielen. Auch zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen bietet das Labor Veranstaltungen an

Eines der wohl Vielfältigsten unter den Schülerlaboren findet sich an der Ruhr-Universität Bochum: Das Alfred-Krupp-Schülerlabor wird getragen von allen 20 Fakultäten der Universität. Daraus ergibt sich eine Fülle an spannenden Kombinationen und insgesamt eine einzigartige Breite aus den vier großen Wissenschaftsbereichen – Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Medizin – mit rund 80 laufenden Projekten.

Enthalten handelsübliche Snacks, etwa Tortillas, genveränderten Mais – und wie lässt er sich nachweisen? Warum ist die Münze, die seit 3000 Jahren unsere Kultur prägt, so erfolgreich? Wie können tonnenschwere Flugzeuge überhaupt fliegen? Was macht die Würde des Menschen aus? Diese und zahlreiche weitere Fragen beantworten Schülerinnen und Schüler im Alfred-Krupp-Schülerlabor. Sie entwickeln entsprechende Untersuchungen, führen sie aus, analysieren und interpretieren die Ergebnisse. Im Experiment, durch selbstständiges Bearbeiten, eigenes Erleben und förmliches Be-Greifen erfahren und entdecken sie die Welt der Wissenschaft.

Entdecken – lehren – forschen

Das Schülerlabor versteht sich als Raum der Begegnung von Schule und Hochschule, der Einblicke in alle Wissenschaften und ihre Eigenheiten ermöglicht, die eine Volluniversität zu bieten hat. In der Begegnung mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Studentinnen und Studenten, die sich bei der Entwicklung und als Betreuer und Betreuerin der Schülerprojekte engagieren, erleben die Schülerinnen und Schüler Forschung hautnah.

Warum sind die so fasziniert davon, was sie tun? Wäre das vielleicht auch etwas für mich? Als Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule stellt das Schülerlabor auch ein Erprobungsfeld für Lehramtsstudierende dar. In vertrauter Umgebung und im direkten Schülerkontakt können sie als Betreuer eines Projekts ihre eigene Lehrerpersönlichkeit erfahren und reflektieren. Gute Ideen und innovative Didaktik-Konzepte lassen sich im Schülerlabor ideal umsetzen. Ferner wird die Ressource Schülerlabor für theoretische, didaktisch-konzeptionelle und empirische Forschungsarbeiten genutzt. Inzwischen waren mehr als 100 000 Schülerinnen und Schüler im Labor zu Gast.

Die Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein

Mit den Schülerforschungszentren (SFZ) will der Initiator, das Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) „naturwissenschaftlich und mathematisch interessierten Kindern und Jugendlichen umfangreiche Entwicklungspotenziale im MINT-Bereich bieten.“ (Das IPN veranstaltet zudem gemeinsam mit dem BMBF den jährlichen BundesUmweltWettbewerb; siehe S. 4 in diesem Heft. Red.)

Die Angebote der landesweit vernetzten Zentren gehen dabei weit über bereits bestehende Programme von Schülerlaboren, Wissenschaftsmuseen oder Science Centern hinaus: lm Schülerforschungszentrum können Mädchen und Jungen über einen längeren Zeitraum eigenen Forschungsfragen nachgehen. So machen sie intensive und authentische Erfahrungen im selbstständigen forschenden Lernen.

Seit Beginn des Schuljahres 2017/18 werden daher innerhalb des Netzwerkes Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein (SFZ-SH) von insgesamt elf Stützpunktschulen sowie von der Kieler Forschungswerkstatt Schülerforschungszentren an sechs dezentralen Standorten in Schleswig-Holstein aufgebaut: in Dithmarschen Nord, Dithmarschen Süd, in Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Stormarn und Kiel. Diese Standorte beziehen regional Schulen, Hochschulen, weitere Bildungseinrichtungen und Unternehmen in ihre Arbeit ein. Mit dem SFZ-SH entstehen so landesweit Fördereinrichtungen für MINT-interessierte Schüler nahe am Wohn- oder Schulort. In den Einrichtungen erhalten die Mädchen und Jungen in Zusammenarbeit mit ihren Schulen Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung. Gleichzeitig gewinnt das Land potenzielle Talente sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder Kooperationspartnerinnen und -partner von Wissenschaft der Zukunft.

MINT-Förderung über Schulen und Klassenstufen hinweg

Das Netzwerk ermöglicht über seine regionalen Einrichtungen sowie die Koordination und die zentralen Angebote der Kieler Forschungswerkstatt Schülerinnen und Schülern aller Altersstufen und Schularten den Zugang zu Forschung. Wichtige Säulen dafür sind Kooperationen zwischen verschiedenen Schulformen wie beispielweise Grund- und Sekundarschulen sowie zwischen Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen und Unternehmen im Land. So entsteht ein Gesamtkonzept der MINT-Förderung für Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen:

www.aks.ruhr-uni-bochum.de

www.sfz-sh.de

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