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Lernräume

Reise zu den Sternen

Das Planetarium als außerschulischer Lernort

Iris Brückner / Stephan Fichtner

Das Hamburger Planetarium ist eines der am modernsten ausgestatteten Planetarien in Europa. Hier erleben Schüler und Familien, Kinder und Erwachsene,die Wunder des Sternenhimmels und täuschend echt nachgebildete Reisen durchs All – teils sogar in 3D-Projektion

Vielleicht gibt es Abende, an denen Sie als Lehrkraft in einen sternenklaren Himmel schauen und die Faszination unendlicher Weiten Sie ergreift. Wie schön wäre es dann, dieses Erlebnis Ihren Schülern anschaulich nahe zu bringen. Was durchaus gelingen kann, falls sich ein Planetarium in der Nähe Ihrer Schule befindet

Ein Besuch im Planetarium muss nicht zwingend bei Nacht stattfinden und auch schlechtes Wetter macht nichts aus – sofern das Plantarium den Nachthimmel in weitgehender Übereinstimmung mit der Realität an einer 360-Grad-Kuppel immersiv abbilden kann. Hier kann Unterricht zu unterschiedlichen Themenbereichen wie Astronomie, Raumfahrt, Klima- und Umweltschutz, aber auch zu philosophischen Fragen stattfinden.

In diesem „besonderen Klassenzimmer“ fällt es Kindern und Jugendlichen oft leichter, komplexe Zusammenhänge durch die in Planetarien verwendeten, anschaulicheren Darstellungen zu verstehen.

Wie kommen die Sterne an den Planetariums-Himmel?

Das Herzstück eines jeden Planetariums ist seine Sternenprojektion. Sie projiziert entweder mithilfe von Glasfasern und Objektiven oder mittels digital gesteuerter Projektoren den Himmelsanblick zu jedem beliebigen Datum und Ort an die 360-Grad-Kuppel. Spezielle Projektoren für Sonne, Mond und die Wandelsterne (Planeten) komplettieren den realistisch nachgebildeten Sternenhimmel.

In einer sternenklaren Nacht kann man bei guter Sicht bis zu 3000 Sterne mit bloßem Auge am Himmel erkennen. Das macht insgesamt 6000 Sterne für den Nord- und den Südsternhimmel. Es ist also eine große Leistung, die so ein Sternenprojektor bringen muss, um diese vielen tausend Sterne an die Kuppel zu werfen. Denn nicht jeder Stern ist gleich hell oder hat die gleiche Farbe. Um die vielen Sterne als unterschiedlich helle Punkte genau an die richtigen Stellen des Planetariumhimmels zu projizieren, braucht es zur Berechnung von allen Sternpositionen und Himmelskonstellationen viele starke Computer. Diese können sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft rechnen.

Sternenhimmel und mehr

Helden, Tiere, Fabelwesen: In Planetarien – hier ein mobiles – können die Besucher nachvollziehen, welche Geschichten hinter den Sternbildern stecken

Im Planetarium betrachten wir also einen künstlichen Sternenhimmel, der sich über uns hinweg spannt, während wir gemütlich in bequemen Sesseln sitzen.

Themen im Bereich der Astronomie sind beispielsweise der Planet Erde, die Orientierung am Himmel, die Entstehung von Tag und Nacht, Mondphasen, unser Sonnensystem, Gravitation … Diese Themen sind häufig an Lernplaninhalte angelehnt und werden in verschiedenen Shows – zum Teil mit Live-Moderation – vermittelt.

Aber nicht nur der Sternenhimmel wird täuschend echt nachgebildet; auch Darstellungen zu anderen Wissensgebieten werden ebenso realitätsnah in 360°-Ansichten gezeigt – Reisen durchs All, in den Mikrokosmos, oder in die ferne Vergangenheit und Zukunft: Der Besucher des Planetariums erlebt ferne Sternennebel und Galaxien wie durch ein Raumschifffenster aus nächster Nähe; gerade so, als wäre man selbst in die Tiefen des Alls gereist und würde ferne Planeten erkunden.

Deutschsprachige Planetarien (Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Südtirol)

In vielen Planetarien gibt es ergänzend dazu Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung oder zur Realisierung von Projektwochen. Die Planetarien leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an allgemeinbildenden Schulen. Dieser reicht von der Vorschule bis zur gymnasialen Oberstufe.

Auch komplexe Sachverhalte werden anschaulich und spannend präsentiert und erklärt. Projektionen werden z. T. mit Musik unterlegt, oder ein Sprecher erklärt, was gerade zu sehen ist.

Ein weiterer wichtiger Inhalt, der in vielen Lehrplänen gefordert wird und in Planetarien sehr anschaulich umgesetzt werden kann, ist der Klima- und Umweltschutz. Viele Shows widmen sich diesem – im gesellschaftlichen Diskurs immer wichtiger werdenden – Themenkomplex und decken auch hier alle Klassenstufen ab. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend wird hier Wissen aufgebaut. Mit viel Anschaulichkeit lernen die Kinder und Jugendlichen vorausschauend zu denken und dementsprechend zu handeln. In diesem Lernumfeld fällt es Ihnen leichter, interdisziplinär Erkenntnisse zu gewinnen.

Planetarium auf Wanderschaft

Bereicherung für die Bildungswelt: Die mobile Planetariumskuppel „INTENSE“ der Stiftung Planetarium Berlin präsentiert sich im Rahmen der Begabungsförderung der Berliner Bildungssenatsverwaltung an Schulen und auf Bildungsmessen

Sollten Sie nicht zu den Glücklichen gehören, in deren näherer Umgebung ein Planetarium ansässig ist, gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, ein mobiles Planetarium zu mieten (siehe Kasten rechts). Denn nicht jede Stadt und schon gar nicht der ländliche Raum verfügen flächendeckend über Planetarien. Mit einem mobilen Planetarium kann man jedoch an allen erdenklichen Orten – ob Klassenzimmer, Aula, Sporthalle, Stadtfest oder Einkaufszentrum – die Begeisterung für die Sterne und unsere Umwelt wecken, teilen und weitergeben. Für Kinder und Jugendliche sind diese mobilen Planetarien ein ganz besonderes Erlebnis, haben Sie diese doch, im Gegensatz zu den stationären Planetarien, für die Zeit einer Show meist für sich ganz allein. Hier können sie sich – in einem geschützten Raum – den großen Fragen der Menschheit widmen und ergründen, wie komplex Ursache und Wirkung sind. Sei es im globalen System, im Sonnensystem oder im Gefüge des Universums.

Mobile Planetarien gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Größen. Sowohl die Kuppeln als auch die Projektortechnik können entweder bereits fertig gekauft oder aber selbst gebaut und zusammengestellt werden. Eine Fisheye-Optik dient zur Projektion des Sternenhimmels und aller anderen Darstellungen.

Die meisten mobilen Kuppeln sind aus Kunststoff, werden mit einem Ventilator aufgeblasen und sind zwischen 2,5 und 5 Meter hoch bei einem Durchmesser von drei bis neun Metern. Darin Platz finden dann von 20 bis zu 50 Kinder – oder etwas weniger Erwachsene.

Nachhaltiges Lernerlebnis

Beiden Unterrichtsorten – stationärem oder mobilem Planetarium – ist gemein, dass sie mit Hilfe von kind- und jugendgerechter Wissensvermittlung eine hohe Lernmotivation und somit ein nachhaltiges Lernerlebnis erreichen. Die Schülerinnen und Schüler vergleichen einen Besuch an einem der beiden Orte oft mit dem Besuch eines Kinos, bei dem man aber viel mehr lernt. Der Besuch eines Planetariums ist eine sinnvolle Ergänzung des Lehrplans vieler Fächer, wie z. B. Sachunterricht, Physik, Naturwissenschaften, Geografie, aber auch Religion oder Philosophie. Für alle Schulformen und Altersstufen gibt es passende Programme.

Iris Brückner, Stephan Fichtner

Planetarium Hamburg für die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien

Weitere Informationen: www.gdp-planetarium.org

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